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Sitzungskarneval in Keyenberg, Kückhoven und Birgelen

Sitzungskarneval in Keyenberg, Kückhoven und Birgelen : Ob alt, ob neu – mir blieve us treu

Stimmungsvoller Sitzungskarneval wurde am Wochenende in Keyenberg, Kückhoven und Birgelen gefeiert. Die Grubenrandpiraten trafen sich zum ersten Mal im neuen Ort.

Keyenberg Unbeschwert Karneval feiern, für ein paar Stunden die Sorgen wegen Umsiedlung, Verhandlungen und Verlust der alten Heimat vergessen. Und das zum ersten Mal im neuen Ort im großen Festzelt, weil es zurzeit noch keine Mehrzweckhalle in Keyenberg (neu) gibt.

Etwa 70 Prozent hätten das alte Keyenberg inzwischen verlassen, weiß Nina Klauth, Vorsitzende der Grubenrandpiraten, Tanztrainerin und Prinzessin in der abgelaufenen Session. Dennis Jansen ist der amtierende Narrenregent der Keyenberger Jecken. Mit seinen beiden Adjutanten Marcel Breker und Alexander Tetzlaff nimmt er in einem Piratenschiff Platz, das als Prinzenloge auf der Bühne dient. Das Sessionsmotto „Ob alt, ob neu – mir blieve us treu“ war bei den Grubenrandpiraten Programm. Der schwarze Kontinent steht beim Showtanz der „Minis“ im Mittelpunkt. Als abenteuerlustige Forscher entdecken Jule Wimmers und Matteo Bauten die Afrikaner im Baströckchen. Wer beim Gardetanz der „Töchter der sieben Meere“ genau hinschaut, kann das Kinder-Dreigestirn der Gesellschaft ausmachen – hier tanzen Prinzessin Marina Wagner, Jungfrau Lana Breker und Bäuerin Hannah Kirfel mit.

 Ausbilder Schmidt (Holger Müller) sorgte für viele Lacher bei der Prunksitzung der Kückhovener KG De Japstöck.
Ausbilder Schmidt (Holger Müller) sorgte für viele Lacher bei der Prunksitzung der Kückhovener KG De Japstöck. Foto: Ruth Klapproth
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Die Hits der 1970er und 1980er Jahre stehen bei Max Weyers im Mittelpunkt. Der Sänger wird von zwei Disco-Tänzerinnen begleitet. Sandra Geisinger und Andreas Vogler haben für ihren launigen Vortrag auch neue Karnevalslieder einstudiert, die Frauengruppe zieht bei ihrem spektakulären Strumpfhosentanz viele Blicke auf sich. Die grazilen Herren aus dem Keyenberger Männerballett mit dem bezeichnenden Namen „Pipi Devils“ haben sich als Biker-Freunde eine ganz besondere Überraschung für Prinz Dennis ausgedacht. Sie haben ein Lied für den jungen Narrenherrscher geschrieben, das sie bei ihrem umjubelten Auftritt mit Playback-Show und allerhand witzigen Pointen präsentieren. Diese Freundschaft kann der Tagebau nicht zerstören: Die Immeroder Seckschürger treffen ein – mit zahlreichen Aktiven, darunter die Meerjungfrauen aus der Showtanzgruppe, diesmal aber ohne Tollitäten.

 In Birgelen stellte der Weihnachtsmann Sitzungspräsidentin Rita Schultewolter (r.) vier Wichtel an die Seite.
In Birgelen stellte der Weihnachtsmann Sitzungspräsidentin Rita Schultewolter (r.) vier Wichtel an die Seite. Foto: Nicole Peters

Kückhoven Auch in Kückhoven wurde Sitzungskarneval gefeiert: Der Blick ins Publikum war ganz nach Sascha Quastens Geschmack. „Ausverkauft zum ersten Mal seit zehn Jahren“ vermeldete der Sitzungspräsident der traditionsreichen KüKaGe De Japstöck stolz bei der Prunksitzung. Zu den bewährten Klängen des Trommler- und Pfeifercorps zogen Tanzgarden, Marketenderinnen, Musketiere und Elferräte durch den Saal. Bianca und Marcel Pistel als Prinzenpaar der rot-weißen Gesellschaft hatten sichtlich Spaß daran, mit ihren närrischen Untertanen ausgiebig zu feiern. Die Gastgeber hatten für die turbulente Narren-Sause in der Mehrzweckhalle ein buntes Programm mit eigenen Kräften und auswärtigen, „eingekauften“ Künstlern zusammengestellt. Tanzmariechen Lina Beek, Holger Müller als Ausbilder Schmidt, Stimmungssänger Markus Forg und der Gastauftritt der Erkelenzer Funkengarde Blau-Weiß wurden mit viel Applaus belohnt. „Halt die Luft an“ forderte das Männerballett, das in eine Unterwasserwelt mit Quallen, Kraken und Tauchern entführte. Gruseliger Auftritt der Aktiven-Garde: Mit Franziska Reul als Hexe machten die jungen Damen mit okkulten Praktiken und Voodoopuppen-Kult bekannt. Von wilden Tigern in engen Käfigen, die am Ende in die Freiheit entlassen werden, handelte der Show-Auftritt der Junioren-Garde unter dem Motto „Zirkus-Tiger – Manege frei“.

Birgelen Sitzungspräsidentin Rita Schultewolter hatte es zu Beginn der Sitzung der katholischen Frauengemeinschaft in Birgelen unter dem Motto „Hexenkessel Nummer vier – nur die besten Frauen feiern hier“ in der Grundschule schwer getroffen: Sie stand ganz allein auf der Bühne und fragte sich misstrauisch, ob Hexenmeister Manfred Winkens dahinter stecken könnte. Neben ihrem Organisationsteam waren ihr Gewand, Hut und Besen weg. Ihre Rettung stellte kurze Zeit später der Weihnachtsmann dar – bewies er doch, dass er auch nach den Feiertagen noch einen guten Draht zu seinen vier Wichteln (Judith Liebens, Jana Kämpfer, Ramona Wettlaufer und Birgit Süssenbach) hatte. Und einer von ihnen (Jana Kämpfer) erhielt den Hoppeditz-Stab, auf dem Rita Schultewolter zuvor vergebens versucht hatte, zu fliegen.

Personell so gut verstärkt starteten die jecken Frauen auf den Bühnenbrettern und im Saal bestens gelaunt in den Abend. Mit einer ersten Rakete und einem Lied, bei dem sich nach rechts und links warmgeschunkelt wurde, fing das Feuer so richtig an zu lodern.

Und dafür, dass die Temperatur hoch blieb und alle Anwesenden viel Spaß hatten, sorgten im Weiteren befreundete Abordnungen mit ihren Tanzgruppen, weitere Tänzer sowie Sängerinnen und Rednerinnen aus den eigenen Reihen. So gaben sich die Gesellschaften „Kongo“ aus Wassenberg und „Sankhasen“ aus Myhl die Ehre. Es tanzten „Die fantastischen Sieben“ der Wassenberger Vereinigung „Färv Pott“ mit Elan, es ließ die Showtanz-Gruppe „No Limits“ aus Ratheim Kessel und Bühne beben oder schoss das Männerballett „Die Olchibobs“ aus Ratheim zum Thema „Indianer“ gezielte Pfeile ab.

Auch heizten die „Dorffreunde Birgelen“ und das „Birgelener ­Musikantenstadl“ den Frauen in der Birgelener Grundschule ordentlich ein.