Erkelenz: Schulwege sicherer machen

Erkelenz: Schulwege sicherer machen

Das Thema Verkehrssicherheit rückten die Mitglieder des Kinderschutzbundes in den Mittelpunkt ihrer Versammlung. Fachleute raten, Kinder nicht immer mit dem Auto zur Schule zu bringen.

"Bei einem Verkehrsunfall ist jedes beteiligte Kind ein Kind zu viel", sagte Armin Maahsen bei der Versammlung des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverein Erkelenz e.V. (DKSB)mit Nachdruck. "Deswegen kümmern wir uns heute nicht um Statistiken, sondern fragen was wir dagegen unternehmen können." Armin Maahsen ist ehrenamtlich in der Unfallprävention tätig und weiß, dass Gefahren im Straßenverkehr von Kindern allzu oft nicht richtig erkannt werden oder in Vergessenheit geraten. So rückten die Mitglieder des Kinderschutzbundes das Thema "Verkehrssicherheit" in den Mittelpunkt ihrer Sitzung.

Vier Referenten

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Neben Armin Maahsen kamen drei weitere Referenten zur Jahresversammlung, um über Kinder als Verkehrsteilnehmer aufzuklären. Dabei waren sich alle vier Redner einig: die Kinder müssen nicht immer im Auto zur Schule oder zu ihren Freunden gebracht werden. Zumal dies nicht unbedingt der sicherste Weg ist: "Die meisten Kinder verunglücken immer noch im Auto", gab Peter London vom Ministerium für Bauen und Verkehr NRW zu Bedenken. Vielmehr soll die Nutzung der Nahmobilität wie Fahrräder, Inline-Skater oder Roller begünstigt und sicherer gestaltet werden. Dafür habe sich die Stadt Erkelenz längst schon einiges Einfallen lassen, wie Nicole Stoffels vom Stadtmarketing erklärte: "Wir haben Schulwegpläne für die Grundschulen in Erkelenz erstellt, die sichere Wege für Kinder aufzeigen." Nicole Stoffels weiß genau, was einen sicheren Schulweg ausmacht: "Überquerungshilfen, wie Verkehrsinseln oder Zebrastreifen." Diese wurden auch in der erstellten Karte berücksichtigt.

Außerdem stellt die Stadt Erkelenz in diesem Jahr einen Antrag zur Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW. Welche Vorteile so eine Mitgliedschaft bringt, stellte Peter London vor. Die Arbeitsgemeinschaft klärt über die Gefahren von ungesicherten Baustellen und parkenden Autos auf dem Bürgersteig auf. "Denn Kinder halten sich zumeist auf dem Bürgersteig auf. Und solche Hindernisse zwingen sie auf die befahrene Straße auszuweichen", nannte London als Beispiel. Mit Broschüren, Aktionstagen und Gewinnspielen sensibilisiert die Arbeitsgemeinschaft Kinder für gefährliche Situationen im Straßenverkehr. "Oft verlassen sich Kinder darauf, dass die Großen es schon richtig machen", erklärte Peter London. Doch diese können Kinder unter Umständen nicht immer rechtzeitig erkennen. Wie schnell so etwas zum Beispiel bei Dunkelheit passieren kann, demonstrierte Armin Maahsen mit Fotos von Schulkindern in der Erkelenzer Innenstand. Für bessere Sichtbarkeit empfiehlt er deswegen helle und reflektierende Kleidung. Nach der Sitzung zog Heinz Musch, vom Vorstand der Ortsgruppe Konsequenzen: "Wir werden nun sehen, wie wir die Informationen an Eltern weitergeben können."

(RP)
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