Interview Jugendrotkreuz-Kreisleiter Carsten Kohnen: Schulsanitätsdienst als guter Einstieg

Interview Jugendrotkreuz-Kreisleiter Carsten Kohnen: Schulsanitätsdienst als guter Einstieg

Das Jugendrotkreuz (JRK) als eigenständiger Verband innerhalb des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Heinsberg führte zum zweiten Mal die Fortbildung "Sanitäter in der Schule" für Schulsanitäter durch. 48 Unterrichtseinheiten erhielten die Freiwilligen und aktuell folgt die Prüfung.

JRK-Kreisleiter Carsten Kohnen beschreibt, wie wichtig für das JRK die Gewinnung von Nachwuchs über die Schulen ist angesichts einer rückläufigen Mitgliederzahl.

Wie sieht die Situation des DRK bezüglich des Nachwuchses im Vergleich zu den Vorjahren aus? Es gibt ja zurzeit zwei JRK-Gruppen in Erkelenz, eine in Hückelhoven und eine in Heinsberg.

Kohnen Die Anzahl der JRK-Gruppen hat sich nicht so sehr geändert, aber die der Mitglieder, die viel weniger geworden sind. Die Kinder und Jugendlichen außerhalb der Schulen zu erreichen, ist vor allem aufgrund von längeren Schulzeiten schwierig. Eine früher in Ratheim bestehende Gruppe wird gerade neu aufgebaut und in Heinsberg gibt es lediglich fünf Mitglieder außer den Gruppenleitern. Dafür fehlen in den ruhenden Gruppen in Übach-Palenberg, Geilenkirchen und Gangelt-Birgden Gruppenleiter, die mindestens 18 Jahre alt sein sollten. Erfreulicherweise haben wir durch den Kursus 'Sanitäter in der Schule', der im vergangenen Jahr erstmals stattfand, 14 neue Mitglieder für das JRK und damit eine zweite Erkelenzer Gruppe gewonnen.

In welcher Weise hat das JRK Bemühungen zum Generieren neuer Schulsanitäter und beteiligter Schulen ausgebaut?

Kohnen In den vergangenen zwei Jahren sind fünf Schulen, deren Schulsanitätsdienste vom JRK betreut werden, dazugekommen. Zum einen versuchen wir Schulen, die keinen Schulsanitätsdienst haben, zu kontaktieren. Das steht und fällt aber mit den betreuenden Lehrern. Zum anderen melden sich viele Schulen, damit wir etwa in Abschlussklassen vor Führerscheinen Erste-Hilfe-Kurse durchführen. Von Anfang an hatten wir sowohl einen Schulkoordinator als auch Ausbildungsleiter. Beide Ämter hat derzeit Joachim Hansen inne.

Wie wichtig sind Nachwuchskräfte, um Aufgaben des DRK wie Sanitätsdienst oder Katastrophenschutz zu erfüllen?

Kohnen Sehr wichtig! Die Anzahl an Sanitätsdiensten wird immer größer, da es von Behörden immer höhere Auflagen gibt. Es ist mehr Arbeit, aber es sind weniger Helfer da und die Tätigkeiten sollten auf mehr Schultern verteilt werden. Wer beim JRK mitmacht, kann unter Beachtung des Jugendschutzes bei Sanitätsdiensten mitgehen. Ab 16 Jahren kann an einem Wochenende die Anpassung der Ausbildung 'Sanitäter in der Schule' mit Prüfung zum 'Sanitäter' erfolgen. Ab 18 Jahren hat man dann die Möglichkeit, im Rettungsdienst und in den Einsatzeinheiten, die für den Katastrophenschutz sehr wichtig sind, mitzuarbeiten.

Welche Inhalte umfasst die Fortbildung für Schulsanitäter?

Kohnen Der gesamte Lehrgang sieht vor, dass lebensbedrohliche Zustände erkannt und abgewendet werden können. Umgang mit einem Defibrilator (AED), Rettungstragen, Beatmungsgerät und Sauerstoff oder bei Bewusstlosigkeit mit Absaugpumpe und Schlauch gehören etwa dazu. Zudem lernen die Teilnehmer, Infusionen zurechtzulegen. Darüber hinaus bringen wir ihnen die gesamte Diagnostik vom Blutdruckmessen bis zur Pupillenkontrolle bei, die Befragung zu Medikamenten oder Essenseinnahme sowie Dokumentation über unternommene Schritte für die Übergabe an den Rettungsdienst.

Wie sieht der weitere mögliche Weg für Absolventen aus?

Kohnen Die nächst höhere Ausbildung ist die zum 'Rettungshelfer', der auf Krankenwagen mitfährt. Danach folgen 'Rettungssanitäter' und 'Notfallsanitäter', der hauptberuflich tätig sein kann.

NICOLE PETERS FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(cole)