Erkelenz: Sauberes Wasser - nicht überall normal

Erkelenz: Sauberes Wasser - nicht überall normal

Eine Spendengala in der Kreissparkasse Heinsberg soll der Neven-Subotic-Stiftung helfen, den Menschen im Norden Äthiopiens sauberes Trinkwasser zu ermöglichen. Brunnen müssen dafür gebohrt und finanziert werden.

Es gehört zum Normalsten, wenn sauberes Trinkwasser aus den Leitungen sprudelt. Niemand denkt darüber weiter nach. Was hierzulande normal ist, ist es anderswo aber längst nicht - wie im Norden von Äthiopien, wo sich die Neven-Subotic-Stiftung dafür einsetzt, dass irgendwann möglichst alle Menschen an sauberes Trinkwasser kommen können. Auf dem Weg dorthin müssen jedoch noch viele Brunnen gebohrt und zuvor finanziert werden. Eine Spendengala in Erkelenz will dabei helfen.

Aus einem Kontakt zwischen dem Geilenkirchener Unternehmer Markus Holländer mit der Kreissparkasse Heinsberg und dem Kreiswasserwerk ist die Idee für die Spendengala entstanden, zu der jetzt für Freitag, 27. April, eingeladen wird. "Wir möchten die Problematik der nicht gesicherten Wasserversorgung in vielen Regionen Afrikas vor Augen führen", erläutert Thomas Giessing, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse. Deshalb sei eine Gala mit unterhaltsamem und informativem Programm sowie gutem Essen und Getränken konzipiert worden. Partner ist dabei das Kreiswasserwerk, das bisher noch nicht als Veranstalter solcher Veranstaltungen aufgetreten ist, wie Geschäftsführer Michael Leonards erklärt. Es ihm aber richtig erschienen, sich mit für das Anliegen der Neven-Subotic-Stiftung zu engagieren, möglichst vielen Menschen Zugang zum Lebensmittel Nummer eins zu verhelfen: "Wenn man die Nöte in Afrika sieht, wird einem bewusst, wie wichtig Wasser ist."

Wird vom Mangel an Trinkwasser in Äthiopien gesprochen, ist damit auch ein Mangel an schulischer Bildung verbunden, erklärt Stiftungsmitarbeiterin Shari Malzahn: "Um an Wasser zu kommen, laufen Frauen und Kinder im Norden von Äthiopien am Tag im Schnitt sechs Kilometer und tragen dabei die Last von bis zu 20 Litern - und das bei Hitze und ohne befestigte Straßen. Diese Zeit fehlt bei den Kindern aber wiederum, um in Bildung investiert werden zu können." Regional gleichmäßig verteilte und nahe zu den Menschen gebohrte Brunnen seien dringend nötig. Noch hätten in Nordäthiopien nur acht von zehn Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

113 Projekte hat die Stiftung des Fußballers Neven Subotic (29 Jahre/Stationen in Mainz, Dortmund, Köln, Saint-Étienne) seit der Gründung im Jahr 2012 bereits umgesetzt, weitere Brunnen befinden sich in Bau. "400 bis 500 Menschen erhalten mit einem solchen Brunnen Zugang zu Wasser", sagt Shari Malzahn. Ziel der Erkelenzer Spendengala ist es, einen neuen Brunnen zu finanzieren.

Dafür nötig sind jedoch rund 10.000 Euro. In den Spendentopf einfließen werden zu einhundert Prozent die Eintrittsgelder. Hinzukommen sollen an dem Abend weitere Spenden. Abzüge für beispielsweise die Arbeit der Stiftung gibt es keine, betont Shari Malzahn. Diese werde von Neven Subotic finanziert. 120 Gäste können die Gala am Freitag, 27. April, ab 18 Uhr im vierten Geschoss der Kreissparkasse Heinsberg an der Kölner Straße in Erkelenz erleben. Die Mitglieder des Lionsclubs Übach-Palenberg/Geilenkirchen servieren Getränke und ein Drei-Gänge-Menü der Metzgerei Meertens aus Übach-Palenberg. Die Erkelenzer Band "Jazz 4/4" macht Musik und Hastenraths Will unterhält die Gäste mit seinen vielfältigen Lebenserfahrungen als Landwirt, treusorgender Ehemann und charismatischer Ortsvorsteher. Die Neven-Subotic-Stiftung informiert über ihr Projekt in Äthiopien. Außerdem aufgebaut wird ein Wasserparcours, auf dem die Gäste nachempfinden können, welche Mühen es macht, täglich Wasser über große Distanzen tragen zu müssen.

Mitmachen loht sich also auch hierbei, wirbt Sparkassen-Chef Thomas Giessing, da dadurch die Firmen Frauenrath und Mobau Wirtz zusätzliche Spenden an die Stiftung machen.

(spe)