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RWE baut Schutzwall und Straße um Holzweiler

Braunkohleabbau im Erkelenzer Land : RWE baut Schutzwall und Straße um Holzweiler

Der Wall soll das Dorf vor Lärm schützen, schließlich ist der Tagebau mittlerweile nur noch 2,5 Kilometer entfernt. Eine neue Straße soll den Verkehr am Ort vorbeiführen.

Tagebaubetreiber RWE baut ab Mitte April einen Erdwall im Norden und Nordosten von Holzweiler. Zusätzlich soll auch eine Umgehungsstraße entstehen. Das hat das Unternehmen am Donnerstag bekanntgegeben. Der Wall soll einen Kilometer lang und sechs Meter hoch sein und mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden.

Viele Anwohner des mittlerweile nur noch knapp zweieinhalb Kilometer von der Tagebaukante entfernten Ortes hatten sich in den vergangenen Monaten über zunehmende Staub- und Lärmbelastung beschwert – da im Tagebau Garzweiler II auch nachts gearbeitet wird, sei es wegen der Lautstärke schwer, zu schlafen. Zurzeit stecken RWE-Mitarbeiter das Gelände ab und richten die Baustelle ein.

Das Baumaterial für den Schutzwall soll über vorhandene Feldwege aus Richtung Tagebau angeliefert werden, um keine Belastung für den Ort zu schaffen, teilt RWE mit. Die betroffenen Wege werden derzeit instandgesetzt. Fertiggestellt sein soll der Wall Anfang des nächsten Jahres.

 Damit künftig weniger Verkehr direkt durch den Ort fließt, wird zudem eine neue Straße gebaut – die sogenannte Osttangente. Die schließt direkt neben der bereits im vergangenen Jahr angelegten Schutzbepflanzung südlich des geplanten Walls an.

Wie weit Holzweiler letztlich von der Tagebaukante entfernt liegen wird, ist derzeit noch unklar und Gegenstand der neuen Braunkohle-Leitentscheidung, die im April erwartet wird. Zwischen 300 und 1500 Metern Abstand, wie von der Stadt Erkelenz gefordert, scheint alles möglich. Ursprünglich hätte der Ort im Erkelenzer Osten dem Tagebau zum Opfer fallen und abgebaggert werden sollen. Im Zuge der Verkleinerung des eigentlich geplanten Tagebaus steht aber seit 2014 fest, dass der knapp 1400 Einwohner starke Ort erhalten bleiben kann.

RWE hatte 2016 bereits einen langen Schutzwall zwischen Wanlo und Kaulhausen gebaut – daran gab es Kritik, weil er in Kaulhausen teilweise nur wenige Meter von den Wohnbebauung entfernt ist.

(cpas)