Rußrindenkrankheit in Erkelenz ausgebrochen: 90 Ahorne müssen gefällt werden

Gefahr für Mensch und Tier: 90 Bäume erkrankt – Waldstücke gesperrt

In Lövenich ist an 90 Ahornbäumen eine Pilzerkrankung aufgetreten. Sie müssen sofort gefällt werden, da das Einatmen der Sporen für Menschen schädlich sein kann. Die Waldstücke wurden gesperrt.

Bei rund 90 Ahornbäumen in Lövenich ist die Rußrindenkrankheit ausgebrochen – jetzt muss schnell gehandelt werden, kündigt die Stadt Erkelenz deren Fällung an. Durch die Pilzerkrankung bestehe Gefahr für Mensch und Tier.

Mitarbeitern des Grünflächenamtes war bei Baumkontrollen aufgefallen, dass in Lövenich in den Waldbeständen am Bolzplatz an der Bruchstraße und am Sportplatz Butzkaul einige Ahornbäume ausgeprägte Symptome der Rußrindenkrankheit zeigen. Sofort wurden Proben der Gehölze genommen und zum Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gegeben. Deren Untersuchungen „bestätigten leider den Verdacht“, erklärt Kurt Nigl, Sachgebietsleiter im Grünflächenamt.

Bei der Rußrindenkrankheit handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die an Ahornbäumen auftritt und zum Absterben der Bäume führt. „Wie der Name der Krankheit sagt, bildet sich zunächst ein bräunlicher Belag auf der Rinde, der wie Ruß aussieht“, erläutert Nigl. Entwickele sich die Krankheit weiter, platze die Rinde ab, und schließlich trockne die Krone aus. „Vor allem Bergahorne sind betroffen.“ Da das Einatmen der Pilzsporen bei Menschen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann, ist das Fällen der betroffenen Bäume laut Nigl unerlässlich. „Eine Behandlung zur Genesung der Ahornbäume ist nicht möglich.“ Durch das Entfernen der befallenen Bäume will die Stadt Erkelenz versuchen, die Krankheit einzudämmen. Das Holz darf deshalb auch nicht weiter verwendet werden, sondern muss verbrannt werden, um eine weitere Verbreitung der Sporen zu vermeiden.

Die Rußrindenkrankheit breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus und wird durch die lange anhaltende Trockenheit begünstigt, welche die Ahornbäume schwächt. Nigl erinnert sich daran, dass im Jahr 2010 beispielsweise Köln betroffen war: „Die Stadt hatte damals umfangreiche Bestände zu durchforsten.“ Im Rhein-Kreis Neuss war sie im Jahr 2017 erstmals festgestellt worden.

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Wie viel Zeit für die rund 90 Fällungen in Erkelenz benötigt wird, klärt das Grünflächenamt, das den Auftrag nach außen vergibt, derzeit noch ab. Am Bolzplatz Bruchstraße sind etwa 30 Bäume und am Sportplatz Butzkaul, die rund einen Kilometer Luftlinie auseinander liegen, sind rund 60 Bäume betroffen. Die Fällarbeiten werden voraussichtlich in der kommenden Woche beginnen.

Der Schutz der Anwohner beziehungsweise der Nutzer der Sportanlagen ist der Stadt Erkelenz wichtig, betont Kurt Nigl im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir werden deshalb die Flächen großräumig absperren, damit niemand mit den Pilzsporen in Kontakt kommt, die beim Fällen möglicherweise aufgewirbelt werden könnten.“ Und die Bewohner am Bolzplatz an der Bruchstraße werden von der Stadt Erkelenz darüber hinaus gebeten, während der Arbeiten ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten. Des Weiteren wurden die betroffenen Waldbereiche bereits abgesperrt und dürfen zurzeit nicht betreten werden.

Durch den Abtransport des Holzes kann es in der kommenden Woche kurzfristig zu einer erhöhten Verkehrsbelastung in Lövenich kommen, bittet die Stadtverwaltung um Verständnis.