Heinsberg Rodger Hodgson in Heinsberg gefeiert

Heinsberg · Nein, der Himmel hatte kein Einsehen, es regnete den ganzen Abend über. Aber den 3000 Zuhörern machte das gar nichts. Für einen Star wie Roger Hodgson nahm man gern die Witterung in Kauf. Zudem bekam jeder Zuhörer eine Regenhülle.

 Als Rodger Hodgson den "Logical Song" spielte, hatte nicht einmal der Regen die Chance, die Stimmung in Heinsberg zu trüben.

Als Rodger Hodgson den "Logical Song" spielte, hatte nicht einmal der Regen die Chance, die Stimmung in Heinsberg zu trüben.

Foto: Jürgen Laaser

"Jeopardy" und "Dreamer"

Mitten auf dem Marktplatz in Heinsberg steht eine Telefonsäule, die an diesem Abend ein wenig zweckentfremdet wurde. Ein Gast fand trockenen Unterschlupf und oben auf dem Dach reihten sich die abgestellten Trinkbecher. Auf dem Platz ergoss sich eine in Plastik vermummte Zuhörerschar, die bei den ersten Klängen von "Take the long way home" in Verzückung geriet. Gekommen war die Generation der 40 plus, diejenigen, die in ihrer Jugend zu den Klängen von Supertramp gefeiert und abgerockt hatten.

Der Musiker, der dieser Band ihren Charakter gegeben hatte, stand nun in Heinsberg auf der Bühne. "Ich hätte vor 40 Jahren niemals geglaubt, dass der einmal hier in Heinsberg auftreten würde," war unter den Gästen zu hören. Derweil hatte der große Musiker mit "Jeopardy" und "Lovers in the wind" längst sein Publikum aufgemischt. Nur ein kleiner Zettel klebte auf seinem Keyboard. Darauf stand das Programm des Abends. Mehr war nicht nötig, denn "Breakfast in America" kannte jeder, das rhythmische Zucken breitete sich wellenartig unter den Zuhörern aus.

Erstaunlich textsichere Männer im fortgeschrittenen Alter sangen mit, und als der "Logical Song" sich mit den ersten Takten ankündigte, hatte nicht einmal mehr der Regen eine Chance, die Stimmung zu trüben, während er im Scheinwerferlicht vor der Bühne trieb. In einem geschickten Arrangement waren die großen Hits der Band gemischt mit den späteren Solostücken von Hodgson. Die ruhigen Balladen hätten einen strahlenden Sonnenuntergang verdient gehabt, aber "Don't leave me now" und vor allem "Dreamer" ließen viele in Jugenderinnerungen schwelgen.

Als dann die Zugaben "Two of us" und "Give a little bit" erklangen, gab es auch auf den Sitzplätzen kein Halten mehr. Alles drängte nach die vordere Absperrung und tanzte am Ende ausgelassen zu "It's Raining Again", ein durchaus passender Abschluss. "Ich freue mich natürlich persönlich sehr über das Konzert", hatte Bürgermeister Wolfgang Dieder zuvor gesagt, "wir haben demokratisch entschieden, aber Roger Hodgson steht halt für die Musik in meiner Jugend." Heinsberg hatte der Gruppe eine ausgezeichnete Organisation geboten.

(RP)