Erkelenz: Rocknacht zündet in Hetzerath

Erkelenz : Rocknacht zündet in Hetzerath

Feine Gitarrensoli, wuchtige Interpretationen und feiernde Hetzerather – der erste Oktober-Rock war ein Erfolg. Die Veranstalter sind zufrieden. Eine Wiederholung des Konzertabends haben die Vereine bereits angekündigt.

Feine Gitarrensoli, wuchtige Interpretationen und feiernde Hetzerather — der erste Oktober-Rock war ein Erfolg. Die Veranstalter sind zufrieden. Eine Wiederholung des Konzertabends haben die Vereine bereits angekündigt.

Erstmals rockte sich Hetzerath mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Gemeinschaft der Vereine durch den Oktober. Die Karten für "Oktober-Rock — 1. Hetzerather Rocknacht" fanden reißenden Absatz. Erfrischend neu waren die Coverbands auf der Bühne. Die Scheinwerfer tauchten die Mehrzweckhalle in ein buntes Farbenspiel. Um kurz nach 21 Uhr hatten die Lokalmatadoren Backslash, bekannt von den Baaler Rocknächten, die Menge mit Rock- und Bluesnummern warmgespielt.

Was dann folgte, war ein Leckerbissen für die Ohren. Die in der Region zu unrecht wenig bekannte Band "So What — The Groovecompany" enterte die Bühne. Die Vierercombo, aufgeteilt in die alten Hasen Jaap Habes (Drums, Niederlande) und Peter Pschibil (Bass, Dülken) sowie die jungen Hüpfer Robert Kaber (E-Gitarre, Mühlhausen) und Carina Möskes (Gesang, Süchteln) beeindruckte spätestens, als Kaber zum ersten exzessiven Solo ansetzte.

So schnell hat man in der Region selten die Finger über die Saiten fliegen sehen, ohne das Gefühl für den Song zu verlieren. Die Show gehört hier offenbar den Jungen. Neben Kaber glänzte Frontfrau Möskes mit angenehm treffsicherer und schnörkelloser Stimme bei den Rock- und Bluesnummern. Der Funke sprang schnell beidseitig über. "Ihr seid geil drauf. Das macht richtig Spaß!", rief Kaber ins Publikum.

Etwas für das Dorf tun

"Wir wollen etwas für unser Dorf tun", sagte Gerd Schmalen, Vorsitzender der ausrichtenden Gemeinschaft der Vereine. "Es muss sich kulturell mehr im Dorf tun. Sonst verkommen wir zu reinen Wohn- und Schlafstätten." Die Idee der Rocknacht sei sehr schnell umgesetzt worden. Verantwortlich für die musikalische Zusammenstellung ist Ralf Irmen.

Der Postzusteller in Hetzerath ist zugleich Drummer der Band The D.A.S.H aus dem Kreis Viersen. Nur über Mundpropaganda habe man alle 300 Karten verkaufen können, freute der sich. Den Beweis, dass er mehr kann als Eintrittskarten zu verkaufen, trat Irmen mit seiner Band The D.A.S.H. gleich selbst an. Die überzeugte vor allem mit Eigenständigkeit. Die vierköpfige Band spielte kraftvollen Rock und Blues zum Großteil aus eigener Feder. Nur vier der 13 der Playliste waren Cover.

Beim Publikum kam der Abend sehr gut an. "Endlich ist mal was los in Hetzerath", fand Thomas Rahmen. Er hoffte, dass es weiter so friedlich bleibe. Denn das sei in Hetzerath nicht immer so. "Wenn ich da an die Randale zu Karneval denke", so Rahmen. "Unbedingt wiederholen", fanden Anja Marquardt und ihre Freundin Nicole Piper. Sie wunderte es nicht, dass die Tickets für den Abend so schnell weggingen. Es habe Vorteile, wenn der Organisator Postzusteller im Dorf sei. "Der hat allen gleich an der Tür die Ticketbestellungen aufgenommen", so Marquardt. In Anlehnung an die alte Kinderserie Uhlenbusch werde er im Dorf nur noch Ralf Uhlenbusch genannt.

(prei)
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