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Erkelenz: Rettungswagen für Karpathos

Erkelenz : Rettungswagen für Karpathos

Griechenlandrettung mal anders: Der Gerderather Feuerwehrmann Ralf Grzelka bringt einen Rettungswagen auf die griechische Insel Karpathos. Dort werden medizinisches Material und geschultes Personal dringend gebraucht.

Normalerweise ist Ralf Grzelka für die Freiwillige Feuerwehr Gerderaths im Einsatz. Einen ganz anderen Einsatz fährt er ab der kommenden Nacht. Gemeinsam mit seinem Kollegen Christian Lambertz überführt er einen Rettungstransportwagen (RTW) mit Ausrüstung auf die griechische Insel Karpathos. Den Wagen und alle Ausstattung erhielt er durch Spenden.

"Das wird wahrscheinlich das größte Abenteuer meines Lebens", sagt der Löschgruppenführer Gerderaths. Durch Deutschland, Österreich und Italien wird er und sein Kollege mit dem voll ausgestatteten RTW fahren. Mit zwei Fähren werden sie unterwegs sein, bis sie am Dienstag auf der Insel ankommen. Das ist das Ziel. Auf dem Weg dorthin muss und musste er jedoch mehr als nur Kilometer zurücklegen. "Auf der Insel nennt man mich nur den verrückten Feuerwehrmann aus Deutschland", sagt Grzelka lachend.

Die Insel kennt er schon lange

Seit 16 Jahren fährt er nach Karpathos in Urlaub und hat ein Apartment dort. So lernte er die herzlichen Menschen auf der Insel lieben. 14 hauptberufliche Feuerwehrleute gibt es auf der bergigen Insel, die halb so groß wie der Kreis Heinsberg ist. Freiwillige Feuerwehrleute gibt es nicht.

Der einzige Rettungswagen – Baujahr 1967 – wurde kürzlich ausrangiert. Geschultes Rettungspersonal ist kaum vorhanden. Fähige Ehrenamtler? Fehlanzeige. "Da muss man was tun", sagte sich der 46-Jährige und setzte sich mit Behörden und Inselrat zusammen. "Ich wollte wissen, ob und wo ich helfen kann", sagt der Feuerwehrmann.

So entstand die Idee für einen neuen Rettungswagen. Landrat Stephan Pusch vermittelte einen Sprinter aus dem Jahr 2002, den der Feuerwehrmann mit Helfern wieder fit bekam. Als Ausrüstung hat er ein mobiles EKG-Gerät, einen Defibrillator und ein Beatmungsgerät im Gepäck. Das geht zum Medical Center auf der Insel. Ein Hydraulikaggregat mit Spreizer und Schere bringt er der Feuerwehr – alles aus Spenden.

Oft rannte Grzelka bei seinen Bemühungen offene Türen ein. Von der Feuerwehr erhielt er vieles der wieder flott gemachten Ausrüstung. "Die österreichische Botschaft gab schon nach einer halben Stunde für die Durchfahrt ihr Einverständnis", sagt Grzelka begeistert. Bei der Sachspende soll es nicht bleiben. Es wird neue Schulungen für Personal im medizinischen und Feuerwehrbereich der dortigen Behörden geben, berichtet Grzelka. Als Lehrende für Intensivkurse haben sich schon Kollegen der Erkelenzer Feuerwehr angemeldet.

Bevor es am Samstag um vier Uhr früh losgeht, hat der RTW noch einen besonderen Auftritt: Er wird den St. Martinszug in Gerderath begleiten. "Ein besseres Symbol für Hilfe und Teilen gibt es kaum", sagt der Feuerwehrmann.

(prei)