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Erkelenz: Respekt vor dieser Entscheidung

Erkelenz : Respekt vor dieser Entscheidung

Etwa zwei Drittel der Menschen im Kreis Heinsberg gehören der katholischen Kirche an – einige von ihnen erzählen, wie überrascht sie sind, dass Papst Benedikt XVI. sein Pontifikat beenden wird.

Etwa zwei Drittel der Menschen im Kreis Heinsberg gehören der katholischen Kirche an — einige von ihnen erzählen, wie überrascht sie sind, dass Papst Benedikt XVI. sein Pontifikat beenden wird.

 Audienz beim Papst: Willi Küppers (o.l.) und Heinzgerd Dewies (u. r.). K.H. Noethlichs malte den Pontifex.
Audienz beim Papst: Willi Küppers (o.l.) und Heinzgerd Dewies (u. r.). K.H. Noethlichs malte den Pontifex. Foto: laaser/Servizio Foto d LO.R Citt/Repro: Passage (Archiv)

Auch im Erkelenzer Land war die Überraschung am Abend des 19. April 2005 groß, als aus Josef Kardinal Ratzinger, dem Präfekten der Glaubenskongregation, Papst Benedikt XVI. wurde. "Wir sind Papst!", riefen viele Deutsche. Ebenso groß ist nun die Überraschung, dass sein Pontifikat am 28. Februar 2013 enden wird.

Erkelenz: Respekt vor dieser Entscheidung
Foto: dpa, euroluftbild.de

Rom war in den vergangenen Jahren vermehrt das Ziel von gläubigen Katholiken aus dem Kreis Heinsberg, um den deutschen Papst in einer Audienz zu sehen, ganz wenige hatten sogar das Glück, dem Pontifex Maximus die Hand schütteln zu dürfen. Besonders die Mitglieder der Historischen Schützenbruderschaften empfanden es als große Ehre, dem Heiligen Vater gegenüberzustehen. Auch den Heimatverein der Erkelenzer Lande zog es in Benedikts Amtszeit mehrfach in den Vatikan, wie auch so manche Gruppe aus Pfarrgemeinden.

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Willi Küppers, Vertreter des karitativen Ausschusses im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften aus Houverath, sagte zum Entschluss des Papstes: "Es ist jammerschade, aber verständlich, wenn eine solche Entscheidung aus gesundheitlichen Gründen getroffen werden muss. Ich hoffe nun, dass die Kardinäle einen guten Nachfolger finden." Küppers hat sogar mit Papst Benedikt XVI. einige Worte wechseln können.

Auch Bundesschützenmeister Heinzgerd Dewies (Kückhoven) wurde von der Entwicklung im Vatikan überrascht: "Ich habe hohen Respekt vor dieser Entscheidung." Dewies mahnte, "dass wir sein Pontifikat viel zu sehr aus unserer deutschen Sicht gesehen haben, dabei ist der Papst Oberhaupt einer Weltkirche". Die Ausstrahlung Benedikts sei sehr besonders gewesen. Vom neuen Papst erhofft er sich, "dass er praktische Dinge angeht, denn es gibt vieles, was sich langsam ändern muss". Sowohl Küppers als auch Dewies sind sich sicher, dass Ostern die Sedisvakanz längst beendet sein wird. Im April, Mai werden die Schützen aus dem Erkelenzer und Wegberger Land wieder in Rom sein, hoffen, in einer Audienz den neuen Papst begrüßen zu können.

Die Wegberger Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein bedauert den Entschluss des Papstes sehr, zollt ihm aber "hohen Respekt". Sie hatte schon in ihrer Studienzeit (u.a. Theologie) zur Gymnasiallehrerin Beziehungen zum jungen Joseph Ratzinger: "Ich habe mich intensiv mit seinen Büchern auseinandergesetzt, lese sie noch heute." Freude empfindet die ehrenamtliche Wortgottesdienstleiterin, wenn sie an den Besuch beim Welt-Jugendtreffen 2005 in Köln denkt: "Die Agilität von Benedikt XVI. und die Begeisterung, die dieser Papst dort ausgelöst hat — unfassbar und unvergesslich."

Für Propst Thomas Wieners von der Wassenberger Pfarrei St. Marien war immer klar, "dass Benedikt XVI. nicht an seinem Amt kleben würde, wie wohl der Zeitpunkt des Rücktritts völlig überrascht". Wieners sieht in der Entscheidung des Papstes aber auch ein Signal an die Kranken: "Er wollte ein Zeichen setzen."

Der Rücktritt von Benedikt XVI. und die damit verbundene Nachfolgewahl verfolgt der Ratheimer Karlheinz Noethlichs (70) mit großem Interesse. Da könnte schöpferische Arbeit auf ihn zukommen. Denn in der Ratheimer Pfarrkirche St. Johannes der Täufer hängen bisher die von ihm gemalten Bilder der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI.. An dem Porträt von Benedikt XVI., dessen Rücktrittsentscheidung Noethlichs als "sehr vernünftig" einstuft, hat er bis zum 80. Geburtstag des Papstes im Jahr 2007 immerhin 200 Stunden gemalt.

(RP/ac)