Rejoising und West Big-Band: Konzert in Schwanenberg

Konzert in Schwanenberg: Eine volle Ladung Musik

Es war eine doppelte Premiere und zugleich ein doppeltes Risiko: das Gemeinschaftskonzert des Gospelchores Rejoising und der West-Big-Band im Pastoratshof der Evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg.

Niemand wusste genau, auf was er sich einließ, als sich die Pforten zum überdachten Innenhof für das Konzert „Gospel meets Big-Band“ öffneten. „Es ist das erste Mal, dass wir ein Konzert unter dem Dach durchführen“, sagte Pfarrer Robin Banerjee bei der Begrüßung, „und es ist zum ersten Mal, das zwei unterschiedliche Musikgruppen zusammenspielen.“

Für die Kirche als Veranstalter hatte sich das Risiko des Konzerts schon vor dem ersten Ton gelohnt: Der Hof platzte aus allen Nähten. „Mehr kriegen wir nicht rein“, freute sich Banerjee; zugleich kamen die vielen Helfer ins Schwitzen, die die fast 400 Besucher mit Speisen und Getränken versorgten. Ein Risiko gingen auch der Chor und die Band ein. „Wir haben zwar jeder für sich alle Stücke geprobt“, bekannte Chorleiter Martin Fauck, „aber wir haben die Stücke noch nie zusammen gespielt.“ Gewissermaßen wurde das Gemeinschaftskonzert zum Sprung ins kalte Wasser. Nachdem beide Gruppierungen schon zwei Mal im Rahmen der Erkelenzer Musiknacht ein Doppelkonzert bestritten hatten, bei dem sie hintereinander auftraten, gab es jetzt zum ersten Mal das Gemeinschaftskonzert. „Das kriegen wir hin“, gab sich Ansgar Lurweg als Sprecher der Big-Band zuversichtlich. Es sei ein außergewöhnliches Projekt, und man sei selbst gespannt, was daraus wird. Lurweg war wie Fauck und Banerjee vollkommen überrascht über das unerwartet große Publikumsinteresse.

Die „volle Ladung Musik“, wie Banerjee sagte, versetzte das Publikum von Beginn an in Begeisterung. Bisweilen waren die Grenzen zwischen Gesang und instrumentaler Musik derart verschwommen, dass niemand sagen konnte, ob der Gesang Hintergrund für die Band war oder die Band den musikalischen Teppich für die Gospelsänger ausbreitete, wie etwa bei „I can go to God in Prayer“ mit einem Solo von Christina Köntje. Die Harmonie stimmte einfach bei den rund 50 Akteuren auf der Bühne. Die gute Stimmung auf der Bühne übertrug sich schlagartig auf die Besucher auf den Stühlen und an den Stehtischen.

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Nicht nur Gospels bekamen die Zuhörer geboten. Auch instrumentale Stücke standen auf dem Programm und auf besonderen Wunsch von Ellen Nierhaus ein Schlager aus dem europäischen Grand Prix-Wettbewerb von 2017: Lights and Shadows. Das Publikum selbst durfte aktiv am Konzert teilnehmen, durch rhythmisches Klatschen ebenso wie durch Mitsingen, was dank ausgedruckter Liedtexte möglich war. Und so endete das Doppelkonzert schließlich in einem Gemeinschaftskonzert, bei dem es sogar drei wichtige Mitwirkende gab: Rejoising, West-Big-Band und das begeisterte Publikum.

Banerjee hatte bei der Begrüßung davon gesprochen, es sei immer ein Wagnis, etwas Neues anzubieten, deshalb habe die Kirchengemeinde auch keinen Eintritt erhoben. Stattdessen bat er um eine Spende. Nach der „vollen Ladung Musik“ würden sich alle Akteure auch über eine „volle Ladung Spenden“ freuen — und auch die Evangelische Kirchengemeinde, die dank der Spende die Restaurierung des Pfarrheims ergänzen kann.