Public Viewing in Schwanenberg Rappelvoller Pastoratshof zum Eröffnungsspiel

Schwanenberg · Der Andrang am Freitagabend in Schwanenberg war gewaltig – und die vielen Pessimisten vor dem EM-Eröffnungsspiel ließen sich schnell eines Besseren belehren.

Der Pastoratshof war zum Eröffnungsspiel bestens gefüllt.

Der Pastoratshof war zum Eröffnungsspiel bestens gefüllt.

Foto: Kurt Lehmkuhl

„Es hat sich gelohnt!“ – Robin Banerjee, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde in Schwanenberg ist zufrieden, obwohl das Ereignis noch bevorsteht: das Public Viewing auf dem Pastoratshof in Schwanenberg. Bereits eine Stunde vor dem Anpfiff des Spiels der deutschen gegen die schottische Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft ist der Hof rappelvoll – und immer noch strömen die Menschen zusammen, um gemeinsam den Abend zu erleben.

Viel Arbeit hat hinter einem engagierten Team von 40 Männern und Frauen gelegen, die in den letzten Tagen die Überdachung über den Pastoratshof installiert haben. „Das ist Schwerstarbeit, aber alle haben an einem Strang gezogen“, freut sich der Pfarrer, der sich Fußballfesttage für Jung und Alt, für Groß und Klein erwünscht. Das Public Viewing ist ein Gemeinschaftsprojekte vieler in Schwanenberg: die Mitglieder des SV Schwanenberg sorgen für den Getränkeausschank, die vom TV Schwanenberg schwitzen am Grill, die Mitglieder des Presbyteriums bringen die Wertmarken an Mann und Frau.

Es scheint, als habe der gesamte Ort darauf gewartet, dass es endlich wieder „Rudelgucken“ gibt, nachdem es zuletzt wegen der Winter-WM und der Coronapandemie ausfallen musste, obgleich es nach der jahrelangen Pause kleinen Anlaufschwierigkeiten gibt: Es fehlten die Flaschenöffner – und der Mann am Grill bekam schnell Sorgen, ob die Zahl der Würstchen ausreicht. Die Hälfte des Grillguts war verspeist, bevor überhaupt das Geschehen auf der Leinwand begonnen hatte.

Einen angenehmen Nebeneffekt hatte das Treffen für den Eine-Welt-Lande direkt neben dem Hoftor. Viele nutzen die Gelegenheit, sich dort über die fair gehandelten Produkte zu informieren. Die Gelegenheit zum Fachsimpeln brachte eine erstaunliche Erkenntnis. Die meisten der in Trikots gekleideten oder mit Fahnen versehenen Besucher schauten doch sehr skeptisch auf das Spiel. Der Optimist, der einen Sieg mit vier Toren Vorsprung behauptete, wurde nur milde belächelt. Am Ende waren jedoch alle zufrieden mit sich, mit dem Spiel, mit der Atmosphäre auf dem Pastoratshof. Es hat sich gelohnt. Wiedersehen macht Freude und Freunde am Mittwoch beim nächsten Spiel gegen Ungarn.