Public Viewing 2018 in Erkelenz und Schwanenberg zum Auftakt der Fußball-WM

Fußball-WM: 2500 Fans beim „RudelJubel“

Alles war Sonntagnachmittag für das große gemeinschaftliche Jubeln vorbereitet – auf dem Pastoratshof in Schwanenberg ebenso wie im Ziegelweiherpark in Erkelenz. In der Niederlage blieb es friedlich.

Die Veranstalter hatten das ihnen Mögliche getan, um das gemeinsame Schauen auf der zehn Quadratmeter großen Leinwand unterm Hofdach zum Erlebnis zu machen. Der Pastoratshof in Schwanenberg, der rund 500 Menschen fasst, quoll schier über und trieb dem Hausherrn fast schon Schweißperlen auf die Stirn.

Die ständige Kontrolle der drei Fluchtwege war seine vordringlichste Aufgabe. Die erwartungsfrohen Fußballfreunde jeglichen Alters – geschminkt, mit Fahnen versehen, in Trikots gekleidet – strömten herbei und jubelten zum ersten Mal, allerdings auch zum letzten Mal, als ein Siegerpokal in die Höhe gereckt wurde. Die Meisterschaft, von der die deutsche Mannschaft meilenweit entfernt ist, ist für die A-Jugend des SV Schwanenberg Wirklichkeit geworden: Die Mannschaft durfte am Sonntag den Pokal in Empfang nehmen und wurde begeistert beklatscht.

„Die Mühe hat sich wieder gelohnt“, stellte Pfarrer Robin Banerjee in Anbetracht der vielen Menschen, die gemeinsam Freude haben wollte, erfreut fest. Die Organisation, an welcher der SV ebenso wie der TV Schwanenberg, die Marktschänke und die Kirchengemeinde beteiligt waren, hatte ganze Arbeit geleistet. Es wäre ein perfekter Sonntagnachmittag gewesen, ja, wenn . . .

  • Erkelenz : "Rudeljubel" zur WM am Ziegelweiher

„Die Mühe hat sich gelohnt“, hieß es auch bei Marwin Altmann und Thomas Poos von „Dein Erkelenz“ sowie Raphael Meyersieck und Dominik Mercks vom Kulturgarten, die den „RudelJubel“ am Ziegelweiher in die Wege geleitet hatten; dieser war per Crowdfunding von der Bevölkerung selbst finanziert worden. Dort war alles eine Nummer größer als im Pastoratshof. Tagelang war das Gelände vorbereitet worden, musste die „größte Leinwand im Kreis Heinsberg“ mit einer Projektionsfläche von 28 Quadratmetern aufgebaut werden, der Truck von myregio.tv, von dem die Livemoderation vor dem Spiel übertragen wurde, positioniert werden, und waren die Stände für Getränke und Speisen an die richtigen Stellen unterzubringen. Polizei und Rettungsdienst mussten ebenfalls platziert werden. Noch am Sonntagmorgen wurde auf dem rund 3000 Quadratmeter großen, abgesperrten Gelände gewerkelt, um bloß rechtzeitig fertig zu werden.

Mit vielen Fans hatten die Organisatoren gerechnet, aber nicht damit, dass rund 2500 Menschen zum ersten Spiel in den Ziegelweiherpark kommen würden. „So viele, wie bei unserem ersten Public-Viewing auf dem Markt bei der EM an allen Tagen zusammen“, hieß es. Schon 90 Minuten vor Anpfiff hatte sich vor den Kontrollen am Eingangstor eine Schlange von Fähnchenschwenkern und Triokotträgern gebildet. Doch trotz der Menschenmasse blieb das Geschehen auf dem Gelände beherrschbar. Jeder hatte seinen Platz.

An den Fußballfreunden in Erkelenz und Schwanenberg lag es gewiss nicht, dass die deutsche Mannschaft verlor. Sie gaben ihr Bestes, beim Singen der Nationalhymne vor dem Anpfiff ebenso wie beim Anfeuern während des Spiels – und sie blieben friedlich in der Niederlage. Schlussendlich blieb am frühen Abend nur eine Frage, die Pfarrer Banerjee schon vor dem Spiel gestellt hatte, nicht wissend, dass sie in zweierlei Hinsicht zu beantworten ist: „Was soll das bloß am Samstagabend werden?“ Dann nämlich spielt Deutschland gegen Schweden nach dem Fehlstart gegen Mexiko um seine Chance fürs Weiterkommen, und dann könnten sich noch mehr Fußballfans auf den Weg nach Schwanenberg und zum Ziegelweiher machen, in der Hoffnung, endlich gemeinsam Jubeln zu dürfen.

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