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Proteste in Erkelenz: Polizei wird während des Abrisses sechs Wochen vor Ort sein

Blockaden und Proteste in Erkelenz : Polizei wird während des Abrisses sechs Wochen vor Ort sein

Schon am Wochenende begannen die Proteste gegen den Abriss der L277 am Rand des Braunkohlentagebaus Garzweiler II. Auch am Dienstagmorgen waren Demonstranten vor Ort. Für die Dauer der Arbeiten, die RWE mit sechs Wochen angibt, wird auch die Polizei vor Ort sein.

Die Blockaden auf der Landstraße 277 bei Keyenberg gehen weiter. Auch am Dienstagmorgen waren Demonstranten aktiv, um gegen den Rückbau der L277 zu protestieren. Mehrere Personen hielten sich im nördlichen und südlichen Teil der Baustelle auf, dabei ketteten sie sich aneinander fest.

Ein Sprecher der Polizei in Aachen erklärte, dass der Energiekonzern RWE für die Arbeiten etwa sechs Wochen benötigen wird. „Das haben wir in unserer polizeilichen Arbeit und Gesamtplanung so bereits berücksichtigt. Das heißt also im Klartext: Solange die Arbeiten andauern werden, solange werden auch wir von der Polizei vor Ort sein.“

Die Polizei sorgte frühzeitig dafür, dass die demonstrierenden Personen von den Ketten gelöst wurden. Bei einigen der Demonstranten sei es vor Ort noch nicht möglich gewesen, die Identität festzustellen, weshalb die Polizei sie vorläufig zur Identitätsfeststellung mitnahm, darunter ein Mann, der sich die Fingerkuppen verklebt hatte, und drei Frauen – die vier Personen trugen keine Ausweisdokumente bei sich.

Gegen sieben Personen, vier Frauen und drei Männer, die die Fahrbahn der Landstraße 277 bei Lützerath blockiert hatten, wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch eingeleitet. Auch RWE, so berichtete die Polizei Aachen weiter, habe einen Strafantrag gestellt. Die Personen, die in Höhe der Ortslage Keyenberg am Protest beteiligt waren, hatten die Fahrbahn freiwillig verlassen. Ein Mann versuchte jedoch, auf eine laufende Arbeitsmaschine zu klettern. Polizisten konnten ihn aufhalten. Der Mann leistete Widerstand und musste aus dem Gefahrenbereich geführt werden. Gegen ihn wurden mehrere Strafverfahren (wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung und Hausfriedensbruchs) eingeleitet. Zur Verhinderung weiterer Straftaten wurde der Mann in Gewahrsam genommen.