Protest: Läufer setzen Zeichen gegen nahenden Tagebau

Protest: Zukunftslauf setzt ein Zeichen gegen den Braunkohleabbau

Rund 100 Läufer demonstrieren mit ihrem Lauf von Erkelenz nach Wanlo gegen den nahenden Braunkohletagebau.

Spät, aber nicht zu spät setzten sich am Sonntagmittag am Bahnhof in Erkelenz die Teilnehmer am Zukunftslauf Rheinlauf, einer Protestaktion gegen den Braunkohleabbau, in Bewegung. Mit einigen Minuten Verspätung ging es an den Start unter dem Motto „Braunkohle den Laufpass geben“. Nicht zuletzt die überraschend große Zahl der Läufer sorgte für eine Verzögerung. Insgesamt werden es wohl rund 100 Mensch gewesen sein, die von Erkelenz oder von Kuckum aus diesen Lauf durch die vom Tagebau Garzweiler II bedrohten Orte zum Ziel an der Kirche in Wanlo absolvierten.

Vier Gruppierungen hatten die Protestaktion im Vorfeld der Verhandlungen der Kohle-Kommission organisiert, darunter der Erkelenzer Klimatisch und die Gruppe Kreativ gegen Kohle. Partner waren am gestrigen Sonntag die Gruppe Leben ohne Braunkohle und „Das gelbe Band“ aus Wanlo. Über allem thront das Bündnis gegen Braunkohle, das gestern bundesweit 40 Aktionen durchführte.

„Das Endspiel um die Kohle hat begonnen“, sagte Dirk Jansen, der Geschäftsführer des Bundes für Umwelt- und Naturschutz in BRW, der aus Solidarität zu den Umweltschützern, Klimakämpfern und Streitern gegen die Tagebaue im Rheinland nach Erkelenz gekommen war. Er als trainierter Marathonläufer hatte keine Probleme, die maximal 13 Kilometer lange Strecke zu bewältigen. Anderen fiel der Lauf schwerer, die letzten kamen fast zwei Stunden nach dem Start am Ziel in Wanlo an. An der Kirche wurde neben der Kritik am Tagebau Garzweiler II auch die am Tagebau Hambach laut. Mehrere Gruppierungen informierten über ihrige dortigen Aktionen, und auch das Klimacamp 2018 vom 11. bis 22. August machte auf sich aufmerksam.

  • Veränderungen in Hetzerath : Nikolausmarkt auf dem Schmalenhof

Nicht nur der Lauf wurde in Erkelenz gestartet, in einer zweiten Aktion wurde ein Protestbanner gestaltet, auf dem jeder mit einem schwarzen Handabdruck ein deutliches Stoppzeichen gegen die Braunkohle setzten konnte. Neben Michael Schwarz vom Bündnis gegen Braunkohle freute sich auch Ralf Bußberg vom Klimatisch Erkelenz über die große Resonanz. Er erinnerte noch einmal an die Notwendigkeit des Ausstiegs aus der Braunkohle, durch deren Verbrennung Deutschland zum Klimakiller Nummer eins in der Welt wird. Er setzt einige Hoffnungen in die Kohle-Kommission, obwohl darin auch einige Kräfte säßen, die immer noch Verfechter der überholten Energieversorgung des letzten Jahrtausend sein. „Dagegen wollen wir hier und heute ein starkes Zeichen in der Region setzen mit den schwarzen Händen gegen die Kohle und dem Laufpass für die Braunkohle.“

Ursprünglich war die zeitliche Nähe der Aktion zur bevorstehenden Tagung der Kohlekomission gar nicht geplant. Der Lauf zwei Tage vor dem Start der Beratungen macht noch einmal auf die Problematik deutlich und weist auf die vielen Probleme durch die Verbrennung der Braunkohle hin. Die Informationen über den bundesweiten Protest und über die neuerliche Betonung der Risiken durch die Braunkohletagebaue wird bei den Teilnehmern der Kommission kurz vor Tagungsbeginn ankommen. Spät, aber nicht zu spät.

Mehr von RP ONLINE