Erkelenz: Projekt zum Wohnen im Alter

Erkelenz : Projekt zum Wohnen im Alter

Am Bauxhof könnten vier Häuser entstehen, in denen ältere Menschen leben, ohne dass es sich um ein Seniorenheim handelt. Die Ideen des Arbeitskreises "Wohnen im Alter" stellte dieser jetzt der Politik vor.

Groß ist die Auswahl nicht, wenn ältere, möglicherweise alleinstehende Menschen zwar in einer Gemeinschaft, jedoch noch längst nicht in einem Seniorenheim leben wollen. Es gibt Projekte wie Mehrgenerationenhäuser, auch bestehen mancherorts Wohngemeinschaften älterer Menschen. Einen eigenen Weg hat der Arbeitskreis "Wohnen im Alter" eingeschlagen, der mit dem Erkelenzer Architekten Ernst Storms am Bauxhof eine besondere Wohnanlage plant. Diese wurde jetzt der Politik vorgestellt und erhielt viel Zuspruch.

Seit sechs Jahren besteht der Arbeitskreis, der Teil des "Runden Tischs Erkelenz" ist. "Wir haben uns viele Ideen in anderen Städten angeschaut und hatten viele eigene Ideen. Jetzt haben wir eine Lösung gefunden, und die Realisierung ist näher gerückt", fasste Irmtraud Keusemann als Sprecherin des Arbeitskreises die Historie zusammen. Idee sei es, "aktiv in Gemeinschaft zu wohnen und zu leben".

Mit einem Park in der Mitte

Denkbar sind für den Architekten vier Gebäude. Zwei davon sollen im ersten Bauabschnitt erbaut werden. Auch der zwischen allen Gebäuden liegende, frei zugängliche Park soll dann schon angelegt werden. Angeschlossen wird das Areal über die Roermonder Straße und den Schulring, wobei Durchgangsverkehr ausgeschlossen werden soll. Unter den Häusern, die drei- oder viergeschossig sein sollen, ist eine Tiefgarage geplant. "Sie wird große Lichtöffnungen erhalten, weil niemand in eine dunkle Tiefgarage einfahren möchte", erklärte Storms im Ausschuss für Stadtentwicklung. Auch solle es dort beispielsweise Stell- und Aufladeplätze für Elektrorollstühle geben.

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Über Aufzüge sollen die Wohnungen von der Tiefgarage aus erreichbar sein. 60, 70 und 80 Quadratmeter groß sollen sie werden, somit für ein oder zwei Personen sein. Sie sind behindertengerecht geplant, verfügen über große Fenster und Balkone. Die Häuser im zweiten Bauabschnitt sind, so ist es bisher geplant, auch für Menschen mit Wohnberechtigungsschein gedacht. Eine gemeinsame Hausverwaltung soll eingerichtet werden. Vorstellen kann sich der Arbeitskreis "Wohnen im Alter", eine Wohnung an eine Krankenschwester zu vermieten, die sich um die Bewohner kümmert. Dazu stellte Keusemann aber klar: "Wir planen kein Seniorenheim mit Pflege und Betreuung. Eine solche Vermietung wäre aber eine Option, falls das in Zukunft nötig werden würde."

Zentrales Thema der Wohnanlage soll das Leben in Gemeinschaft sein. Dazu wird zwischen den Gebäuden eine Fläche entstehen, die einen Garten, ein Schachbrett, eine Bocciabahn, Wasserflächen, drei Pavillons, eine Leseecke und einen Kiosk haben könnte, den die Bewohner füreinander betreiben. Dort soll das gemeinschaftliche Leben stattfinden. Auch der Kontakt zum benachbarten Kindergarten sei gewünscht, sagte Keusemann.

(RP)