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Erkelenz: Pro Arte: "Zufall und Absicht"

Erkelenz : Pro Arte: "Zufall und Absicht"

Zur Auseinandersetzung mit den informellen Gemälden von Martin Panhaus lädt die Galerie am Erkelenzer Franziskanerplatz ein.

Einen Ausspruch von Edgar Degas stellte Professor Dieter Crumbiegel in den Mittelpunkt seiner Rede, mit der er die Ausstellung "Zufall und Absicht" mit Werken von Martin Panhaus in der Pro Arte-Galerie am Franziskanerplatz in Erkelenz eröffnete. "Malen ist nicht schwierig, solange man nichts davon versteht. Wenn man diese Kunst aber begriffen hat, dann wird man gefordert", zitierte Crumbiegel den französischen Künstler. Panhaus sei in seiner Entwicklung an einem Punkt angekommen, an dem er gefordert werde. Erst jetzt zeige sich dessen tatsächliche künstlerische Qualität. Der 34-jähriger Künstler aus Niederkrüchten, der auch als Kunstpädagoge an der Nysterbachschule in Lövenich tätig ist, hat sich der informellen Malerei verschrieben. "Es ist schwierig, darin noch eine eigene, spezielle Note zu finden", erläuterte Crumbiegel, der Panhaus auf einem guten Weg sieht.

Durchaus schwierig ist es für den Betrachter, sich auf die vornehmlich in Acryltechnik gemalten Werke ohne Titel einzulassen. "Das erfordert den emanzipierten Betrachter, der selbst erkennen muss, ob das Werk Sinn macht, ob es nachvollziehbar ist", meinte Crumbiegel. Er ist überzeugt, das Panhaus, dessen Vater Walter Panhaus schon vor 20 Jahren von Crumbiegel künstlerisch geformt wurde, seinen Weg gehen werde.

Der Titel der Ausstellung "Zufall und Absicht" habe seine Berechtigung, meinten der Künstler und der Redner übereinstimmend und unabhängig voneinander. "Ohne Zufall kann nichts Überraschendes, Neues entstehen. Aber ich muss dann als Künstler die Absicht haben, das Werk stimmig zu vollenden", sagte Panhaus nach der Eröffnung. "Zufall und Absicht sind ein Paar, das zusammengehört", erklärte Crumbiegel. "Ich muss die Absicht haben, um kreativ sein zu wollen, und ich benötige den Zufall, der dem Bild das Unerwartete gibt." Manche Werke entstehen quasi in einem Zuge, mit anderen hat Panhaus sich vier Jahre lang beschäftigt, bis er davon überzeugt war, dass es vollendet sei und nicht besser werden könne. Auch wenn es manchmal nicht den Anschein habe, sind die Gemälde konstruiert und strukturiert. Es gibt Skizzen, an denen sich Panhaus orientiert, Farbexperimente, bis die richtige Kombination gefunden ist.

In gewisser Weise sind die Werke von Panhaus wie die Musik, die der Vernissage eine besondere Note gaben: ungewöhnlich, gewöhnungsbedürftig, anders, aber nicht befremdlich. Maximilian Ludwig Eggstein entlockte der japanischen Bambuslängsflöte Shakuhachi ebenso unerwartet Töne wie dem australischen Blasinstrument Didgeridoo. Die Besucher der Vernissage, die von Willi Arlt, dem Vorsitzenden des Kulturfördervereins Pro Arte, begrüßt worden waren, hatten jedenfalls viel zu sehen, zu hören - und zu diskutieren.

(kule)