Porträt der Künstlerin Eva-Maria Koch aus Erkelenz

Porträt Eva-Maria Koch aus Erkelenz : Kunst als Sinnbild des Lebens

Eva-Maria Koch hält mit kleinformatigen Werken ihr unbewusst Wichtiges fest. Zudem beschäftigt sie sich in ihrer digitalen Kunst spielerisch mit ihrem Arbeitsmaterial oder vermittelt anschaulich ihren Glauben.

Die Vorzüge des oft von ihr verwendeten Materials sind sehr vielfältig: Die kleinformatigen Papierzettel der Notizblöcke sind günstig in der Anschaffung und besonders gut zu transportieren. Während ihrer Studienzeit in Geschichte und Germanistik auf Lehramt hatte Eva-Maria Koch bereits damit begonnen, sie für kleine Kunstwerke zu benutzen. Eine schöne Vorliebe, die sie sich bis heute erhalten hat: Fast 2500 kreativ gestaltete Originale, ihre „notes“, existieren inzwischen. Die freischaffende Künstlerin hat sie in Serien zu je 700 Blatt archiviert.

Einen Ausschnitt aus dieser Konzeptkunst sowie ihrer großformatigen digitalen Werke stellt Koch zurzeit in der Reihe „Kunst in der Praxis“ unter dem Titel „notes and more“ in der Kardiologischen Praxis Brück in Erkelenz aus. „Ich arbeite viel mit Kleinigkeiten und möchte den Betrachter zum genauen Hinschauen bringen“, erzählt sie, „und das geht nur, wenn man langsam ist. Es geht um Entschleunigung und passt deshalb gut in die Kardiologische Praxis.“

Mit den künstlerischen Notizen möchte Koch Geschichten erzählen, die Fantasie des Betrachters anregen und ihn mit ihrer Kunst erfreuen. Bei genauer Betrachtung der kleinen Originale sind je nach Sichtweise geheimnisvolle Wesen mit spitzen Hüten oder Nasen, Kobolde oder Tiere neben abstrakten Motiven zu entdecken. Zunächst hat sie wasserlösliche Gouache-Farben aufgespachtelt, -getupft oder -gemalt. Die entstandenen Farbflächen hat sie dann mit Finelinern, Kugelschreibern oder Eddingstiften in den Farben schwarz, weiß und rot grafisch gestaltet. Dabei arbeitete sie spontan und intensiv.

Jedes Blatt wird Teil einer Serie. „Das Ganze ist ein Sinnbild des Lebens“, sagt Eva-Maria Koch, „und das Leben ist, wie es ist.“ Getreu dem chinesischen Spruch „Leben ist wie Zeichnen ohne Radiergummi“ wird kein Tag rausgeschmissen. Mit Hilfe eines Programms hat sie zudem die Originale in leicht vergrößerter Dimension als Reproduktion auf schmalen Vliestapetenbahnen zusammengefügt. Die großformatigen formen- und farbenreichen Kunstwerke konzipierte sie nach eigener ästhetischer Vorstellung und brachte damit die notizartigen Einzelanschauungen in einen spannungsvollen Zusammenhang.

Aquarellpostkarten in Serien zu je zwölf Blatt hat sie unter dem Titel „Grenzüberschreitungen“ ebenfalls künstlerisch gestaltet: Weiße, die Farben voneinander abgrenzende Flächen, überbrückte sie mit schwarzen Grafiken.

Zusätzlich zu den „notes“ ist ihre digitale Kunst unter den Titelzusatz „and more“ zu fassen. So scannte Eva-Maria Koch in der Folge „note cubes“ einen Notizzettelklotz ein und stellt ihn auf verschieden farbigen Untergründen dar. Im „note cube mosaic“ können neun kleine Ausgaben als Direktdrucke hinter Acrylglas individuell angeordnet werden. Innerhalb des Themas „Glauben schenkt neue Sichtweisen“ vollzog die Erkelenzerin mit der technischen Bearbeitung von Fotos von Opferlichtern und Gebetbüchern der Kirche St. Lambertus nach, was sie aus Sicht ihres Glaubens für sie bedeuten.

Ihre künstlerische Entwicklung hatte ab 1990 bis 2004 mit einem autodidaktischen Einstieg, der Teilnahme an verschiedenen Workshops und mit privater Weiterbildung begonnen. Stand von 2004 bis 2012 die abstrakte Malerei im Mittelpunkt, widmete sie sich ab 2012 der Konzeptkunst und ab 2014 mit Scans und Fotos der digitalen Kunst. Auch angewandte Kunst beinhaltet ihr Schaffen.