Erkelenz: Politiker werden über Taubenplage sprechen

Erkelenz : Politiker werden über Taubenplage sprechen

Zumindest der Bezirksausschuss Erkelenz-Mitte muss sich mit der Taubenproblematik beschäftigen.

Seitdem im September in einem Brief an die Stadtverwaltung und die Stadtratsfraktionen die Frage gestellt wurde, ob es in Erkelenz eine Taubenplage gibt und was dagegen getan werden könnte, hat die — zugegebenermaßen nicht neue — Diskussion an Fahrt aufgenommen. Der Verfasser des Briefs, das einstige Ratsmitglied Wilfried Mercks, stellt aber fest, dass auf der Straße und unter Nachbarn über das Problem gesprochen werde, er jedoch noch keine offizielle Antwort erhalten habe. Weder von den Politikern, noch aus dem Rathaus, "außer das, was ich in der Rheinischen Post gelesen habe".

Mercks war für Mittwochabend vom Arbeitskreis "Erki — Initiative für eine saubere Stadt" eingeladen worden, seine Frage und Ideen zu erläutern. Anschließend beschloss die Initiative, dass sich die Erkelenzer Politik damit beschäftigen muss. Es wird ein Antrag an den Bezirksausschuss Erkelenz-Mitte gestellt, dass unter Hinzuziehung von Experten die Frage nach der Taubenplage und wie die Population der Tiere eingedämmt werden kann, dort beantwortet werden soll. Reiche das nicht aus, solle der Bezirksausschuss das Thema an den Umweltausschuss weiterleiten.

Noch einmal erklärte der Verfasser des Briefs, dass es nicht darum gehe, Tiere zu töten. "Flinte und Falken sollen nicht her", sagte Mercks. Es gehe ihm darum, die Anzahl der Tiere zu reduzieren, indem deren Bruterfolge verringert werden. Die Stadt Tübingen liefe dazu eine Idee: "Dort stehen Taubenhäuser, aus denen die Taubeneier von Helfern herausgenommen und mit Imitaten ersetzt werden. Es handelt sich um Lebewesen, die wir leben lassen müssen — sie besitzen nicht umsonst einen so hohen Symbolwert." Nichtsdestotrotz sorgten zu viele Tauben in der Stadt für Verunreinigungen, und vor allem sei deren Kot für die Gesundheit gefährlich. Er halte es für ratsam, eine Kooperation mit Tierschutzverbänden oder anderen Institutionen anzustreben. "Wegen der rechtlichen Fragen ist aus meiner Sicht aber die Stadt dazu verpflichtet, dieses Thema zu koordinieren", sagte Wilfried Mercks.

Die Wichtigkeit des Themas hob Anne Dulies hervor. "So viele Anwesende bei einer Sitzung des Erki — das zeigt den Stellenwert, den das Thema in der politischen Diskussion einnehmen sollte", sagte Dulies. Sie könne deshalb nicht verstehen, dass noch keine Ratsfraktion auf den Bürgerbrief geantwortet habe. Sie wusste aber auch zu berichten, wie reagiert wurde, als sie den Brief in ihrer Ratsfraktion, der CDU, ansprach: "Er wurde nicht aufgegriffen." Anne Dulies und Michael Kutz, ebenfalls Ratsmitglied der CDU, sowie Christel Paulzen als Erki-Sprecherin und Mercks werden nun für die Politik den Antrag dazu stellen.

(RP)
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