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Erkelenz: Pianistin brilliert mit Clara Schumann

Erkelenz : Pianistin brilliert mit Clara Schumann

Zum letzten Meisterkonzert in diesem Jahr kam ein in Erkelenz bekannter Gast: das Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters. Als Klaviersolistin interpretierte Susanne Grützmann virtuos Clara Schumanns Konzert in a-moll.

Das Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters unter der Leitung von Johannes Rieger gastierte zum wiederholten Male im Rahmen der Meisterkonzerte der Anton-Heinen-Volkshochschule in Erkelenz. Dass die Musiker hier einen sehr guten Ruf genießen, zeigte sich an der nahezu ausverkauften Stadthalle. Ein rein romantisches Programm hatten sie im Gepäck und erfüllten damit auch genau die Erwartungen der Zuhörer.

Das Orchester eröffnete das musikalische Programm mit der "Tragischen Ouvertüre" in d-moll op. 81 von Johannes Brahms. Mit ausgesprochen homogenem Klang und einer flexiblen Dynamik zeichnete das Orchester feinfühlig die verschiedenen Facetten des Melancholisch-Tragischen nach, und doch wirkte das ganze Werk wie aus einem Guss. Für das Klavierkonzert in a-moll op.7 von Clara Schumann, das diese als 14-Jährige schrieb, konnte das Orchester mit Susanne Grützmann eine hervorragende Pianistin für den Solopart gewinnen. Eine sehr positive Verbindung, denn das Orchester hielt sich an den Solostellen wohltuend zurück und brillierte dafür im Tutti.

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Susanne Grützmann erfüllte das Stück durch ein ausgeprägtes Rubato und farbige Dynamik und verschmolz dann auch wieder mit dem Orchester zu einem großen Ganzen. Zu erwähnen sei an dieser Stelle noch der wirklich ausdrucksstarke erste Cellist, der im Soloteil mit dem Klavier eine wirklich feinfühlige und musikalische Interpretation darbot. Für den nicht enden wollenden minutenlangen Applaus bedankte sich die Pianistin mit dem "Liebestraum" von Franz Liszt und entließ damit ein verzücktes Publikum in die Pause.

Mit Robert Schumanns Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 97, die den Beinamen "Die Rheinische" trägt, bestritt das Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters den zweiten Teil des Abends. Allseits bekannt wurde der Beginn des ersten Themas als Titelmusik zu der Fernsehsendung "Hier und Heute". Sehr schön kamen hier auch die Bläser, sowohl Blech- als auch Holzbläser, zur Geltung und konnten ihre hervorragende Qualität unter Beweis stellen. Schumann schrieb dieses Werk 1850, kurz nachdem er mit seiner Frau und seinen Kindern nach Düsseldorf umgezogen war, in nur 30 Tagen.

Angeblich soll ihn der Blick vom Kölner Dom so beeindruckt haben, dass er zu seiner letzten Sinfonie angeregt wurde, und obwohl er den Begriff "Rheinische" selbst angeregt haben soll, hat er ihn im Nachhinein wieder gestrichen, um nicht zu programmatisch zu sein. Was auch immer der Einzelne in dieser Musik zu hören vermag: Es ist eine fantastische Komposition, die vom Nordharzer Städtebundtheater überzeugend interpretiert wurde.

So war es auch nicht verwunderlich, wohl aber schade, dass es trotz langanhaltendem Applaus keine Zugabe mehr gab, aber manchmal sollte man die Musik einfach nachklingen lassen.

(hibr)