1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Erkelenz: Pflegeforum - ein Berufsbild im Wandel

Erkelenz : Pflegeforum - ein Berufsbild im Wandel

Das Hermann-Josef-Krankenhaus lädt für den 4. Juni Pflegekräfte, Jugendliche vor der Berufswahl und interessierte Bürger zum "Pflegeforum" in die Stadthalle ein. Es geht um den Beruf, die Rolle der Patienten und Angehörigen.

Der Krankenpflegeberuf ist im Umbruch. Das früher verbreitete Bild der (Ordens-)Schwester am Krankenbett, die umsorgt, Zuspruch bietet und Essen bringt, habe ausgedient, machte Pflegedirektor Andreas Vossen vom Hermann-Josef-Krankenhaus deutlich, als er mit seinem Stellvertreter Stephan Demus das "Pflegeforum 2014" ankündigte. Zu der Veranstaltung lädt das Krankenhaus am 4. Juni Pflegekräfte, junge Menschen vor der Berufswahl und interessierte Laien in die Stadthalle ein.

Immer mehr gefragt ist in Zukunft die Pflegekraft als medizinischer Assistent und Teammitarbeiter der Ärzte, und immer wichtiger - so machte Vossen deutlich - wird die Akademisierung und Spezialisierung im Pflegeberuf, zu der diverse aufbauende Studiengänge einladen. Über diese Anforderungen und Perspektiven im Pflegeberuf will das Forum informieren. Wer mit Leitungskräften in der Pflege über ihre Aufgaben spricht, muss sich an einen neuen Wortschatz gewöhnen, erfährt etwa von Personal-, Risiko- und Hygienemanagement und neuen Studienabschlüssen wie dem "Bachelor of Nursing". Immerhin, so erläutern die Fachleute, gibt es weiterhin auch den klassischen Ausbildungsweg und den Einstieg in den Beruf etwa über die (einjährige) Pflegehilfeausbildung.

Kosteneffektives Arbeiten, verkürzte Verweilzeiten der Patienten bei erhöhten Fallzahlen und - vor dem Hintergrund des demografischen Wandels - immer mehr alte, teils auch demenziell eingeschränkte Patienten - das sind Stichworte für die Herausforderungen, vor der die Pflege steht. All dies erfordere auch ein Umdenken der Patienten und Angehörigen, von denen immer mehr aktive Mitarbeit beim Genesungsprozess gefordert werde, sagte Vossen. Bei den älteren Patienten wird das Organisieren und die Begleitung des Übergangs vom Krankenhaus in die häuslicher Umgebung oder stationäre und teilstationäre Einrichtungen immer wichtiger, vor allem auch die Einbeziehung der Angehörigen in diesen Prozess. Das Erkelenzer Krankenhaus stellt dafür bereits eigene Pflegetrainer zur Verfügung. Neben den Berufsperspektiven - die aufgrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels glänzend sind - bildet so auch das Thema "Beratung und Bildung für pflegende Angehörige im Übergang vom Krankenhaus nach Hause" einen weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung. Der Pflege einer zunehmenden Zahl demenzkranker Patienten gilt ein besonderes Augenmerk.

An einer Podiumsdiskussion zum Abschluss der Veranstaltung über "Zukünftige Anforderungen an den Pflegedienst" nehmen auch Kreismedizinaldirektor Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Geriatrie-Chefarzt Dr. Christian Isensee und natürlich Andreas Vossen teil. Während die Vorträge, unter anderem mit namhaften Pflegewissenschaftlern, um 13.45 Uhr beginnen, sind Schüler und Jugendliche schon ab 10 Uhr zur Ausbildungsmesse eingeladen. Dort informieren Pflegekräfte, Ausbilder und Auszubildende über alles rund um den Beruf. Um 12.45 Uhr stellen Erkelenzer Krankenpflegeschüler in einem Theaterstück "Und täglich grüßt das Murmeltier" Erlebnisse aus dem Krankenpflegealltag auf unterhaltsame Weise vor.

(RP)