Pfarrei Christkönig baut in Keyenberg (neu) für ältere Umsiedler Mietwohnanlage

Bagger statt Spaten: Katholische Kirche baut für ältere Umsiedler

Die Christkönig-Pfarrei plant für den Umsiedlungsort eine Kirche, will sich aber auch anders einbringen: mit einer Wohnanlage für Senioren.

Als erste Institution stößt die katholische Kirche ein Bauvorhaben in Keyenberg (neu) an. Die ersten Privathäuser sind bereits errichtet, einige davon schon bezogen. Zum ersten Spatenstich hatte für Donnerstag nun die Christkönig-Pfarrei eingeladen. Sie baut am Keyenberger Markt (neu) eine Wohnanlage, von der Architekt Josef Viethen verspricht, „ein städtebaulich markantes Gebäude zu werden“.

Pastor Werner Rombach blickte auf Überlegungen zurück, die weit zurückreichen: „Wie bringt sich die Kirche am Umsiedlungsort ein? Was machen wir mit dem Stück Land und der Entschädigung, die wir für unsere Profanbauten bekommen?“ Eine Antwort sei gefunden worden: „Wir haben uns herausgefordert gesehen, für die älteren Menschen zu investieren. Wir bauen, um ihnen ein Zuhause zu geben, in dem sie gut leben können.“ Vermietet werden soll „zu sozialverträglichen Preisen“.

Vertreter der unterschiedlichen Kirchengremien, des Pastoralteams, von der Stadt Erkelenz, vom Tagebaubetreiber RWE Power und erste Interessenten waren zum Spatenstich gekommen. In einem Jahr soll der Bau vollendet sein, kündigte Architekt Viethen an. Erbaut wird in der Zwischenzeit eine Anlage mit zehn Wohnungen und Tiefgaragenstellplätzen, in der ausschließlich regenerative Energieformen eingesetzt werden, „damit wir auf fossile Brennstoffe verzichten können“. Die Anlage um zehn Wohnungen zu erweitern, ist Viethen zufolge ebenfalls noch möglich, „für uns oder eine spätere Generation“.

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„Mit dem heutigen Tag rückt die Zukunft am neuen Ort ein Stück weit näher“, sagte Pastor Rombach, der für die Feierstunde eine Lesung des Apostels Paulus ausgewählt hatte, „der zu seiner Zeit damit befasst war, Gemeinden zu gründen“. Ähnlichkeiten zu Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich (neu) bestünden. Einen ähnlichen Gedanken verfolgte Hans-Heiner Gotzen, der Erste Beigeordnete der Stadt Erkelenz, der erklärte: „Ich sehe im heutigen Spatenstich ein wichtiges Signal an die Umsiedler.“ Sichtbar werde darin, dass Leben in den neuen Ort komme.

Lieber wäre es der Stadt Erkelenz gewesen, ohne weitere Umsiedlungen auszukommen. Das betonte Gotzen auch zu diesem Anlass: „Erkelenz ist immer gegen den Tagebau Garzweiler II gewesen.“ Er ging außerdem auf den Hambacher Forst ein, dessen Rodung am vergangenen Freitag per Gerichtsbeschluss vorläufig ausgesetzt worden war: „Wir sind alle davon aufgewühlt.“ Er bitte aber darum, „dass alle Diskussionen, die jetzt laufen, nicht zulasten der Umsiedler gehen. Es darf nicht passieren, dass diese Menschen wieder in Unsicherheit leben müssen.“ Seiner Einschätzung nach „werden die zur Rede stehenden Zeiträume diese Umsiedlung nicht betreffen“. Dass RWE Power weiterhin „zu dem steht, was wir den Umsiedlern zugesagt haben“, erklärte für das Unternehmen Elisabeth Mayers-Beecks.

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