Erkelenz: Pädagogin mit Weitsicht gewürdigt

Erkelenz : Pädagogin mit Weitsicht gewürdigt

Mit einer großen Feier wurde Marianne Schardt, Leiterin der Erkelenzer Pestalozzischule, gestern in den Ruhestand verabschiedet. In mehr als 40 Dienstjahren hat sie die Belange der Schüler mit Förderbedarf in den Mittelpunkt gerückt.

Eine Playmobil-Polizeistation, ein Lego-Parkhaus, ein Skateboard, ein ferngesteuertes Auto und ein Pferd mit Kutsche - die Wünsche der Schüler für ihre Schulleiterin waren ebenso vielfältig wie kreativ. Für all' das wird Marianne Schardt in Zukunft Zeit haben - die Schulleiterin der Pestalozzischule wurde gestern in einer großen Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Keine langen Reden, wenig "Glitzer" im Programm - ihre Ansage an Konrektorin Christiana Roob waren zwar klar formuliert, doch selbstverständlich hielt sich kaum jemand an die Vorgaben der Chefin, die bei der Feier der klare Mittelpunkt war.

Nach ihrem Abitur am Aachener Einhard-Gymnasium 1968 stand zunächst keine Lehrerlaufbahn auf dem Plan von Marianne Schardt. In Köln begann sie zunächst das Studium der Volkswirtschaftslehre, 1970 ging sie nach Aachen und schrieb sich für das Realschullehramt ein. Im Schuljahr 1974/1975 begann ihre Dienstzeit an der Eisabeth-Schule in Alsdorf. Schon hier, so sagte Regierungsschuldirektor Claus Weidinger, habe sie als Sonderpädagogin auf sich aufmerksam gemacht. "Das war wohl eine Deiner besten Entscheidungen", sagte er weiter.

Beim Studium ihrer Personalakte sei ihm immer wieder aufgefallen, wie hoch ihr Engagement war, wenn es um Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ging. Marianne Schardt habe Dinge erfolgreich angestoßen, dabei nannte Weidinger exemplarisch die berufliche Integration der Schüler, die Netzwerkarbeit mit Unternehmen, die Ausstattung der Pestalozzischule, die Entwicklung des zielgerichteten Programms der Erkelenzer Förderschule. "Du hast immer die Herausforderungen angenommen, eine Menge geleistet und Dir dabei Deine jugendliche Art erhalten", schloss Weidinger. Als Dank und in Anerkennung ihrer Arbeit überreichte er ihr eine kleine Schulbank mit Pult als Erinnerung an ihre rund 40-jährige Dienstzeit. In "groß" steht das Modell im Foyer der Pestalozzischule.

Als Schulleiterin und Mensch, der stets vor Ideen sprudelt, hat Bürgermeister Peter Jansen Marianne Schardt kennengelernt. "Das hat schon mitgerissen", sagte Bürgermeister Jansen, der für den Schulträger zusammen mit Dr. Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter der Stadt Erkelenz, und Joachim Mützke, Leiter des Amtes für Bildung und Sport, die beliebte Schulleiterin verabschiedete.

Die Schüler hatten ihrerseits eine Menge für ihre Schulleiterin vorbereitet. Unter anderem tanzte die Tanzgruppe des Offenen Ganztages, und auch die Schulband "Jamie Blues" hatte sich prima auf die Abschiedsfeier der Schulleiterin vorbereitet.

In Zukunft wird die Pestalozzischule in die Erkelenzer Gemeinschaftshauptschule integriert werden, so entsteht eine neue Schwerpunktschule.

(RP)
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