1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Online-Petition "Legalisieren jetzt" zu 24-Stunden-Hilfen aus Osteuropa

Beratung in Erkelenz : Beschäftigung legalisieren für osteuropäische Hilfen

Durch den Covid-19-Ausbruch in Gemeinschaftsunterkünften rückten die prekären Verhältnisse bei Wanderarbeitern in der Fleisch verarbeitenden Industrie in den Blick. Das Bündnis „Respekt“ denkt an die Frauen und Männer, die sich als „Live-ins“ in der häuslichen Betreuung engagieren, und startet eine Petition.

„Respekt“ heißt das Netzwerk, das im Kreis Heinsberg osteuropäische Pflegekräfte betreut, die als 24-Stunden-Hilfen in Privathaushalten leben. Seit 2017 existiert die Unterstützung für die 24-Stunden-Betreuungen, gegründet am 25. September in Erkelenz. Für Beschäftigungsverhältnisse in der häuslichen Betreuung nach deutschem Recht macht sich jetzt eine Online-Petition stark. Darin geht es nicht nur um Respekt vor der Leistung der mit im Haushalt lebenden Pflegekräfte, viel mehr um die Verbesserung ihrer sozialen Lage.

„Durch Corona ist der Druck auf diese Menschen noch stärker geworden“, so Johannes Eschweiler (Amos). Die Petition fordert unter anderem sozialversicherungspflichtige und tariflich entlohnte Beschäftigungsverhältnisse für Live-ins nach deutschem Recht, Arbeitsverträge mit Arbeitsplatzbeschreibung, in Deutsch und gleichlautend in der Muttersprache des Herkunftslandes der Arbeitnehmer, klare Regelungen zu Arbeitszeit, Urlaub und Freizeit: 38,5 Wochenarbeitsstunden, bei einer sechs-Tage-Woche und bezahlten Urlaub von jährlich 36 Tagen oder drei Tagen im Monat, die Ermöglichung legaler Beschäftigungsverhältnisse durch Vermittlung über die Wohlfahrtsverbände wie Carifair (Caritas) oder FairCare (Diakonie). Ferner geht es um Schutzkleidung, Handschuhe, Desinfektionsmittel, Mundschutz, Rahmenbedingungen zur Legalisierung durch den Gesetzgeber und Überprüfung und Sanktionierung von Scheinselbstständigkeit und Schwarzarbeit.

Unter den Bündnispartnern für die Petition auf der Plattform von Campact (https://weact.campact.de/petitions/legalisierung-jetzt) sind AMOS eG gegen Armut und Arbeitslosigkeit, die Betriebsseelsorge im Bistum Aachen, Bündnis für Menschenwürde und Arbeit, DGB, Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), jeweils Diözesanverband Bistum Aachen, sowie das Selbsthilfenetzwerk „Respekt“ für die Live-Ins.

(gala)