NRW-Ministerin Ina Scharrenbach übergibt Förderung aus dem Heimat-Zeugnis an Heimatverein Erkelenz

Zuschuss für Heimatverein Erkelenz : Heimat-Zeugnis: Museum bald als Spiel

Ein Heimatmuseum im Internet hat der Heimatverein der Erkelenzer Lande geschaffen, um Kulturgüter und Bilder der Dörfer zu zeigen, die im Tagebauloch verschwinden. Jugendliche soll ein Spiel zum Virtuellen Museum ansprechen.

Um auch Kindern, Jugendlichen und nicht an Historie Interessierten die Heimat nahebringen zu können, will der Heimatverein der Erkelenzer Lande Spiele mit Inhalten aus dem „Virtuellen Museum der verlorenen Heimat“ entwickeln lassen. Die Idee, verlorene Heimat spielerisch zu entdecken, gefiel auch dem NRW-Heimatministerium. So brachte Ministerin Ina Scharrenbach bei ihrem Besuch des ehemaligen Kreuzherrenklosters eine Förderzusage aus dem Landesfonds „Heimat-Zeugnis“ mit. Über 135.000 Euro freute sich im Kaminzimmer des Herrenhauses Vorsitzender Günther Merkens mit dem Museums-Team.

Merkens begrüßte die Ministerin an historischer Stelle, die einst Heimat des Kreuzherrenordens war. Das Projekt beschrieb Wolfgang Lothmann, Leiter des Arbeitskreises „Virtuelles Museum“. Das seit 2015 vom Heimatverein entwickelte Internet-Museum „dokumentiert Orte, die schon verschwunden sind oder bald verschwinden werden“, erklärte Lothmann. Man wolle den Verlust der Heimat durch den Tagebau dokumentieren und die verlorenen Kulturgüter für die Zukunft sichtbar erhalten. Inhalte des „Museums“ will der Arbeitskreis nun Jugendliche spielerisch entdecken lassen, sie für die Heimat begeistern und zeigen, dass Geschichte kein „alter Kram“ und damit langweilig ist. So sei der Heimatverein seinem Motto „Immer eine Idee voraus“ treu geblieben. Realistisch animierte Spiele kosten Millionen, aber: „Mit der Förderung können wir einfache Spiele verwirklichen“, freute sich Lothmann. Die Ausschreibung kann nun erfolgen.

„Ein spannendes Projekt“, lobte NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach. Das Sichtbarmachen von Heimatverlust sei eine große Herausforderung: „Landschaft und Orte, die wichtig waren beim Aufwachsen und Großwerden, sind irgendwann weg.“ Den Heimatverein in Erkelenz nannte sie einen „Vorreiter in NRW“ mit diesem nachhaltigen Projekt. Bei den Spielen könnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mitmachen – „ein Beitrag, Generationen zu verbinden und verlorene Heimat sichtbar und erlebbar zu machen“. Günther Merkens setzte mit Freuden seine Unterschrift unter das „Heimat-Zeugnis“, wozu Ministerin Scharrenbach schmunzelnd bemerkte: „Ich bringe einen Förderbescheid gerne persönlich vorbei, weil ich solche positiv bekloppten Menschen gerne kennenlerne.“ Auch Bürgermeister Peter Jansen stellte dem Heimatverein ein positives Zeugnis aus: „Er ist nicht antiquiert, sondern ein Verein mit Ideen und einem positiven Wirken für die Gesellschaft.“ Auch das Kreuzherren-Erbe auf Hohenbusch werde von einem ehrenamtlichen Verein in die Zukunft getragen. „Es geht nicht nur darum, Historie zu beschreiben“, so Jansen, „sondern um Wissen, wie Dinge entstanden sind, um daraus zu lernen“.