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NRW-Koalitionsvertrag​: Fünf Erkelenzer Dörfer sind gerettet​

Neuer NRW-Koalitionsvertrag steht : Schwarz-Grün rettet Erkelenzer Tagebaudörfer

Die fünf Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich und Berverath am Tagebau Garzweiler II bleiben erhalten, heißt es im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen.

Nordrhein-Westfalen bekommt eine schwarz-grüne Landesregierung. Die beiden verhandelnden Parteien CDU und Grüne haben sich auf einen 146-Seiten starken Koalitionsvertrag geeinigt. Er trägt die Überschrift „Für die Zukunft Nordrhein-Westfalens“.

Apropos Zukunft. Auf Seite 15, im Unterpunkt „Kohleausstieg“, geht es ganz konkret um die Zukunft der fünf Erkelenzer Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich und Berverath am Tagebau Garzweiler II. „Alle Dörfer des dritten Umsiedlungsabschnitts werden wir erhalten. Die Tagebauplanung für den Tagebau Garzweiler muss dementsprechend zeitnah angepasst werden“, heißt es dort.

Tagebau Garzweiler sprengt 2,2 Kilotonnen schweren Schaufelradbagger

Damit haben die Bewohnerinnen und Bewohner der fünf Dörfer nun endlich Gewissheit, wie es mit ihnen beziehungsweise mit ihrer Heimat weitergeht. In dem zwölfseitigen Sondierungspapier, auf dem CDU und Grüne ihre Koalitionsverhandlungen aufgebaut hatten, hieß es noch: „Alle Dörfer des dritten Umsiedlungsabschnitts sollen bleiben.“ Das war bereits ein bisschen mehr als das, was die Ampelkoalition in Berlin im vergangenen November verlauten ließ. Damals hieß es, „die im dritten Umsiedlungsabschnitt betroffenen Dörfer im Rheinischen Revier wollen wir erhalten“.

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CDU und Grüne wollen mit einer zeitnahen neuen Leitentscheidung für Klarheit und Sicherheit für die Menschen im Rheinischen Revier sorgen. „Diese Leitentscheidung soll das letzte Kapitel für den Braunkohletagebau in Nordrhein-Westfalen sein“, steht im Koalitionsvertrag.

Wenn vom Erhalt der Dörfer gesprochen wird, geht es zumeist um die Fläche. Denn die meisten Menschen sind umgesiedelt, mehr als die Hälfte der Häuser steht leer. In den Altdörfern sind die allermeisten Häuser und Flächen bereits im Besitz von Tagebaubetreiber RWE. So etwas wie eine Rückkaufoption für den Fall des Erhalts der Dörfer ist nicht vorgesehen.

(mwi)