Erkelenz: Neues Organ für Jugendbeteiligung

Erkelenz : Neues Organ für Jugendbeteiligung

Elf Jugendliche im Alter von zwölf bis 29 Jahren wählten am Montag das dreiköpfige Sprecherteam des neuen Arbeitskreises Jugendbeteiligung Erkelenz. Sie hoffen, nun auch von der Politik auf Dauer ernst genommen zu werden.

Markus Wilmer musste improvisieren. Nachdem der Erkelenzer Stadtjugendpfleger die drei ausgeguckten Kandidaten für die drei zu vergebenden Posten im Sprecherteam des brandneuen Arbeitskreises Jugendbeteiligung Erkelenz sich hatte vorstellen lassen, warf mit Aileen Schiffer (16) unerwartet auch noch eine vierte Kandidatin ihren Hut in den Ring. So hatten die elf Jugendlichen, die sich Montagnachmittag im Nebenraum der Mensa im Schulzentrum versammelt hatten, eine echte Wahl. Die Mehrheit votierte dabei aber für das vorgesehene Trio (jeder hatte drei Stimmen). Für Laura Emmerling (16) votierten alle elf Teilnehmer, für Timo Kerkhoff (16) neun, und Florian Viehmann (15) erhielt sechs Stimmen.

Wie die künftige Partizipation von Jugendlichen im politischen Entscheidungsprozess in Erkelenz aussehen soll, hatte zuvor Timo Kerkhoff skizziert. Das neue Modell, für das der Jugendhilfeausschuss vergangenen Monat grünes Licht gegeben hat, basiert auf den drei Säulen Schule, Politik und Runder Tisch. So sollen alle Schülervertretungen (SV) in den Arbeitskreis eingebunden werden, soll auf dessen Aktivitäten auch über Schülerzeitungen und Schulhomepages hingewiesen werden. Und die Politik wird eingebunden, indem jede im Stadtrat vertretene Fraktion zwei Paten als Ansprechpartner für die Jugendlichen stellen soll. "SV, Arbeitskreis und Paten sollen wie Zahnräder ineinandergreifen", erläuterte Timo. Dass bislang die Möglichkeit zur politischen Mitgestaltung beschränkt war, bemerkte indirekt Marwin Altmann, mit 29 Lenzen der "Senior" der Jugendbeteiligung: "In den vergangenen neun Jahren haben wir das Gefühl gehabt, dass uns die Politik nicht wirklich ernstgenommen hat. Das wird nun hoffentlich anders."

Dass die in den vergangenen Jahren praktizierte Mitbestimmung durch die sogenannte TKJE (Team Kinder- und Jugendbeteiligung Erkelenz) nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt war, räumte auch Wilmer ein. "Mit dem Arbeitskreis Jugendbeteiligung haben wir nun aber eine überparteiliche Form gefunden, die eine sehr breite Basis hat. Und im Unterschied zur TKJE ist sie auch offen und nicht an Jugendzentren und anderen Einrichtungen gebunden."

Mindestens alle drei Monate wird sich der Arbeitskreis treffen, um über Ziele und Verbesserungen zu sprechen. Erste Wünsche listete Laura Emmerling auf: "Bessere Schulbusverbindungen gerade nach Heinsberg, ein neuer Skatecontest und eine Instandsetzung der vielen total vermoderten Bänke auf unseren Schulhöfen."

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(RP/ac)
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