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Erkelenz: Neues Licht auf uralte Stadtgeschichte

Erkelenz : Neues Licht auf uralte Stadtgeschichte

Wissenschaftlich wird erstmals die gesamte Erkelenzer Baux-Chronik aus den Jahren 1544 bis 1558 aufgearbeitet.

Mathias Baux war Stadtschreiber (1544-1558) und Bürgermeister (1562/63) von Erkelenz. In den Jahren seiner Stadtschreibertätigkeit legte Baux eine umfassende Chronik der Stadt und des Landes Geldern an, Historiker sprechen von einem Schatz, den Erkelenz bisher nicht gehoben hat. Ein Team um Professor Hiram Kümper von der Universität Mannheim hat sich dieser Aufgabe jetzt gestellt und will nächstes Jahr zwei Bücher herausgeben, einen Faksimiledruck mit Übersetzung und in einem zweiten Band eine Kommentierung.

Über die frühen Jahre der Stadt Erkelenz werden nach getaner Forscherarbeit weit mehr Kenntnisse als heute vorliegen. "Baux hat nach dem großen Stadtbrand beispielsweise versucht, viele Dokumente der Stadt aus der Erinnerung heraus zu rekonstruieren. Auch deshalb ist es wichtig, dieses Dokument der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen", erklärt Willi Wortmann vom Heimatverein der Erkelenzer Lande.

Zwar habe es 1858 schon eine erste Transkription der Baux-Chronik von Georg Eckertz gegeben, jedoch "hat der sich nur mit dem Teil befasst, der Erkelenz betrifft und hat die geldrische Geschichten ganz außen vor gelassen. Auch hatte er keine Übersetzung aus dem Niederdeutschen und aus der lateinischen Sprache angefertigt." Hieran werde sich nun Professor Hiram Kümper abarbeiten.

"Wir hören immer wieder, dass diese Chronik für Historiker ein bedeutsames Werk werden müsste", ergänzte Günther Merkens, der Vorsitzende des Heimatvereins, der sich unter anderem auch mit der Finanzierung die beiden Bücher befasst: "Wir planen 50.000 Euro ein. Es handelt sich um eines unserer größten Projekte. Die Uni Mannheim hilft, doch werden wir einen großen Teil noch über Sponsoren finanzieren müssen."

Im Original liegt die Chronik im Erkelenzer Stadtarchiv. Sie umfasst 290 Seiten, von denen 30 Seiten farblich illustriert sind und vor allem Wappen abbilden. Auf weiteren 60 Blättern ist Mathias Baux auf die geldrische Landesgeschichte eingegangen. Im Zentrum der Chronik aber steht Erkelenz, wozu Professor Hiram Kümper erklärt: "Sie entfaltet ihren besonderen Wert für die Erkelenzer Stadt- und die geldrische Regionalgeschichte, weil Baux einen priviligierten Zugriff auf das städtische Aktenmaterial besaß."

(RP)