Neue Tollitäten in Keyenberg und Kückhoven

Proklamationen der Tollitäten : Es wird jeck in Keyenberg und Kückhoven

Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen gab in Keyenberg und Kückhoven den symbolischen Schlüssel der Macht freiwillig ab.

Lange Fasanenfedern am braunen Piratenhut - diese ungewöhnliche Kopfschmuck-Kombination zeugte vom Prinzenamt bei den Keyenberger Grubenrandpiraten, das Dennis Jansen nun übernommen hat. Die neue Tollität, die jetzt offiziell proklamiert wurde, bringt Erfahrung mit.

Als Bauer machte er in der Session 2015/16 mit ausdrucksstarken Gesangseinlagen auf sich aufmerksam. Bürgermeister Peter Jansen hatte keine Bedenken, dem neuen Narrenregenten den symbolischen Schlüssel der Macht freiwillig auszuhändigen. Dabei sparte der Erkelenzer Verwaltungschef, der den Bürgermeisterkandidaten Stephan Muckel mitgebracht hatte nach Keyenberg, nicht mit Lob: „Ihr verbreitet hier gute Stimmung.“

Doch ein bisschen Wehmut war wohl auch dabei. Denn zum letzten Mal wird die fünfte Jahreszeit in der alten Mehrzweckhalle der Grundschule gefeiert. Im nächsten Jahr ziehen die Karnevalsjecken - wie die anderen Ortsvereine - an den neuen Standort für das Dorf. „Nach all dem Palaver und all dem Driss, wir blieve Keyenberger, datt is jewiss“ war über der Bühne zu lesen, als Seine Tollität Dennis seinen großen Auftritt hatte.

Was bei anderen Karnevalsgesellschaften der Hoppeditz ist, hat bei den Grubenrandpiraten einen anderen Namen: Beim großen Klabautermannerwachen verkörperte Dirk Gottschlich die beliebte Traditionsfigur, die in einer Kiste schlief. Als Kinder-Dreigestirn sind Prinzesschen Marina Wagner, Jungfrau Lana Breker und Bäuerin Hannah Kirfel bis Aschermittwoch im Einsatz. Prinz Dennis, der auch der Schützenbruderschaft sowie der Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr angehört, wird begleitet von seinen beiden Adjutanten Alexander Tetzlaff und Marcel Breker.

Das Prinzenpaar Marcel I. und Bianca I. (Eheleute Pistel) erhielten die Insignien der Macht vom Präsidenten der KG „De Japstöck“ Kückhoven, Norbert Müschen (l.), und von Bürgermeister Peter Jansen auch die Schlüssel. Foto: Ruth Klapproth

Auch die Kückhovener Karnevalisten haben neue Tollitäten. Die Nachbarschaft Kleinend stellt diesmal die Narrenherrscher, deren Herz seit vielen Jahren für das Männerballett der KüKaGe De Japstöck schlägt. Prinz Marcel tanzt hier bereits seit der Jahrtausendwende begeistert mit, Ihre Lieblichkeit Bianca (Ehepaar Pistel) wacht über die Finanzen der grazilen Herrentruppe, organisiert im Hintergrund und schneidert die fantasievollen Kostüme für die Bühnenauftritte.

Bereits seit einem Vierteljahrhundert sorgt Prinz Marcel, der aus Holzweiler stammt, als aktives Mitglied des Trommler- und Pfeifercorps an der Zugspitze des närrischen Lindwurms für stimmungsvolle Klänge. Doch bevor der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen zur Tat schritt und das jecke Paar mit dem symbolischen Rathausschlüssel ausstaffierte, übernahmen die jungen Damen aus der Tanzgarde I vorübergehend das Kommando - sie waren diesmal für das traditionelle Hoppeditzerwachen verantwortlich.

Auf der Bühne der gut gefüllten Mehrzweckhalle an der Thingstraße entführten die jungen Tänzerinnen mit Taschenlampen und Kopfleuchten auf einen imaginären Dachboden, auf dem Puppen zum Leben erweckt wurden. Hier schlummerte auch der Japstock, der von Lina Speer dargestellt wurde. Das energische und wiederholte Pieksen mit einer großen Stiricknadel gefiel der schlafenden Traditionsfigur gar nicht - so wurde der laut schnarchende Japstock schließlich wach. Und ließ sich nicht zweimal bitten, als ihn die Mitglieder der Tanzgarde I zu einem ausgelassenen Tanz aufforderten.

Zum närrischen Hofstaat gehören Romina und Alina Matzerath, Sabine Joerißen, Rolf Hassel und Marco Wallrafen. Zuvor hatten die „DJs on Tour“ bereits mit ihren stimmungsvollen Schlagern für ausgelassene Partystimmung in der Kückhovener Mehrzweckhalle gesorgt, die von den Gastgebern einmal mehr festlich dekoriert worden war für die große Narrensause mit freiem Eintritt.

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