Neben dem Lernen Zeit für Kunst: Kulturtag am Berufskolleg Erkelenz 2019

KulturSpur am Berufskolleg Erkelenz : Neben dem Lernen auch Zeit für Kunst

Zum zweiten Mal lädt das Berufskolleg Erkelenz zu einem Kulturtag ein. In verschiedenen Gruppen aus unterschiedlichen Bildungsgängen haben sich die Schülerinnen und Schüler künstlerisch betätigt.

Das Berufskolleg Erkelenz soll nicht nur ein Ort des Paukens und des Vorbereitens auf eine berufliche Zukunft sein, das BKE soll auch ein Ort sein, an dem die Schüler aus den Fachbereichen Technik, Gesundheit, Sozialwesen, Wirtschaft und Verwaltung Raum und Zeit für Kultur haben. Die Kreativität und das kulturelle Schaffen der Schüler zu fördern, ist Ziel des Kulturkonzeptes mit dem Namen „KulturSpur am BKE“. Das BK steht nicht nur für Berufskolleg, Es bedeutet auch Bildung und Kultur. In verschiedenen Gruppen hatten sich die Schüler künstlerisch beschäftigt, die Ergebnisse präsentierten sie zum zweiten Mal bei den Kulturtagen am BKE. „Es gibt ein spannendes, buntes Programm nach einem Schuljahr mit vielen tollen Projekten“, sagte Annette Weichert als Vertreterin der Schulleitung bei der Vorstellung der Ergebnisse in der Aula. „Es ist immer schön zu sehen, wenn nach dem Unterricht noch Gelegenheit zur künstlerischen Beschäftigung bleibt.“ Die Schüler, die sich auf den Weg gemacht hatten, Kultur in ihrer Vielfalt auszuprobieren kamen aus den verschiedenen Bildungsgängen. Internationale Förderschüler nahmen ebenso teil wie Schüler der berufsvorbereitenden Bildungsgänge, der Berufsfachschulen und der Unterstufen des Wirtschaftsgymnasiums, angehende Erzieher oder Schüler aus den technischen Vollzeitbildungsgängen.

Als besonderes Bonbon hatte das Berufskolleg ein Kultur-Abo ausgearbeitet, das den Schülern ermöglichte, kulturelle Veranstaltungen in der Region zu schülerfreundlichen Preise zu besuchen. „Denn nur durch das Erleben selbst kann Affinität zu Kultur auch außerschulisch wachsen“, erklärte Annette Weichert. Mit Unterstützung externer Künstler als Kooperationspartner tobten sich die Schüler auf vielen Feldern aus. Dazu gehörte unter anderem ein Rap-/Graffiti-Projekt, aus dem der bemerkenswerte Satz im Zusammenhang mit Süchten entsprang: „Am Ende der Ausreden beginnt das Leben“. Der Poetry-Slam-Workshop brachte einige erstaunliche Erkenntnisse, etwa die, dass die Kreisliga das Nonplusultra des Fußballs sei, oder dass das typische Deutsche nicht unbedingt das einzig Wahre und Gute ist. Die Beschäftigung mit etwas völlig anderem sei für die Schüler wie ein Sprung ins kalte Wasser gewesen, meinte Religionslehrer Sebastian Schade, der mit der Schulband die Aufführungen musikalisch umrahmte. Wer glaube, Techniker können keine Kunst, der hat sich geirrt, meinte Annette Weichert mit Blick auf die Arbeiten beim Projekt „Kunst aus Schrott“. „Nicht nach Bauplänen und Aufträgen, wurde gearbeitet, sondern aus der Fantasie heraus wurden Kunstwerke aus Metall und Schrott erarbeitet.“

Viel Mühe hatte sich der Tanz-Workshop gegeben, bei dem unter professioneller Anleitung Schüler ohne tänzerische Erfahrung unter dem Titel „Begegnung“ eine Choreografie erarbeiteten. Thematisiert wurde die Begegnung zwischen Schülern mit und ohne Flüchtlingshintergrund, basierend auf der Erkenntnis, dass Tanz und Musik keine Sprache brauchen, um sich auszudrücken und verstanden zu werden, wie die betreuende Lehrerin Melanie Wahnemühl erläuterte. Gesang und Musik sowie eine Kunstausstellung, bei der die Schüler im Stil bekannter Künstler Arbeiten entwickelt hatten, rundeten die Vorstellung ab, die mit einem Höhepunkt endete: einem Auftritt von Lukas Sachse, der mit seinem herumwirbelnden Diabolos für Beifallsstürme bei den Besuchern sorgte.

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