Erkelenz: Nachwuchs für die Wissenschaften

Erkelenz : Nachwuchs für die Wissenschaften

Gerade mal 13 Jahre alt ist die Granteratherin Anna Dechow. Sie ist zurückgekehrt von einer zweiwöchigen Azorenreise, dort erforschte sie Wale und Delfine. Seit sie drei ist, hat sie nur diesen einen Wunsch: Wissenschaftlerin werden.

Für dreijährige Kinder ist ein Spielwarengeschäft ohne Übertreibung das reinste Paradies. Das war bei Anna Dechow aus Granterath vor zehn Jahren nicht so. "Als Anna drei Jahre alt war, hat sie voller Überzeugung gesagt, dass sie Wissenschaftlerin werden möchte. Zu ihrem Geburtstag wünschte sie sich schließlich ein Mikroskop", erinnert sich Annas Mutter Helga Dechow an die damalige Zeit. Das Kind bekam kein Mikroskop - ein Jahr später hatten die Eltern allerdings begriffen, dass das Kind tatsächlich ein Mikroskop braucht.

Heute ist Anna Dechow 13 Jahre alt und auf dem besten Weg, die Naturwissenschaften unsicher zu machen. Gerade ist sie zurückgekehrt von einer zweiwöchigen Forschungsreise, die sie zusammen mit 24 weiteren Schülern aus Deutschland und der Schweiz auf die Azoren führte. Das Hauptthema der weiten Reise war die Erforschung von Walen und Delfinen auf der Azoren-Insel Pico.

Rückblick: Noch bevor Anna eingeschult wurde, stellte man ihre Hochbegabung fest. Ihre Eltern fassten daraufhin den Entschluss, ihre Tochter in der Houverather Grundschule anzumelden, denn hier erfahren hochbegabte Kinder eine besondere Förderung. Die Dechows haben heute noch beste Erinnerungen an eine gelungene Grundschulzeit. Danach war die Familie vom MINT-Profil (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) des Cusanus-Gymnasiums überzeugt. Im Lauf der Zeit hat Anna an vielen Wettbewerben teilgenommen, vor allem bei "Jugend forscht" hat sich das Mädchen schon längst einen Namen gemacht. Auf das Talent wurde auch Rita Hündgen, die Schulleiterin des Cusanus-Gymnasiums, aufmerksam. Klar, dass sie Anna fördert. Irgendwann kam der Kontakt zur Master-MINT-Forschungsexpedition "Azoren" zustande.

Während für Anna die Reise klar war, taten sich ihre Eltern zunächst schwer, ihre erst 13-jährige Tochter allein auf die Reise zu schicken. Heute wissen sie: Die Reise hat Anna gutgetan. Die beiden Wochen waren vollgepackt mit vielen interessanten Expeditionen. Neben der Erforschung der Wale und Delfine standen auch Themen wie Kultur und Geologie auf dem Programm. Die Daten, die die Schüler zusammengetragen haben, wurden abends ausgewertet. Diese wurden mittlerweile auch nach Australien geschickt, dem Standort der internationalen Wal- und Delfinforschung. Schlaf, so sagt Anna, habe es während der beiden Wochen auf den Azoren nur wenig gegeben. Doch die Arbeit dort hat ihr eine Menge Spaß bereitet. Die Fotos, die Anna während der Reise geschossen hat, sind kaum zählbar. Sie ist stolz auf jedes einzelne.

Tänzelnd aus dem Wasser: Diesen Rundkopfdelfin hat Anna Dechow im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit auf den Azoren vor die Linse bekommen. Foto: PRIVAT

Die Schülerin strotzt nur so vor Ideen. Mit viel Energie heckt sie Pläne für die Zukunft aus. Was sie unbedingt erleben will: "Ich möchte auf einem Forschungsschiff durch die Antarktis reisen." Derweil atmen ihre Eltern tief durch . . .

(RP)
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