1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Erkelenz: Mysteriöse Unfälle und ein Brand lassen Feuerwehr rätseln

Erkelenz : Mysteriöse Unfälle und ein Brand lassen Feuerwehr rätseln

Erst zwei Unfälle, dann ein Feuer und ein Einsatz in einer Kindertagesstätte: Die Erkelenzer Feuerwehr war am Donnerstag auf überörtliche Hilfeleistung aus Wegberg und Hückelhoven angewiesen. Die Unfälle und das Feuer hängen zusammen.

Nicht nur unbewohnbar, sondern auch einsturzgefährdet — das ist die Folge eines Brandes in einem Haus an der Lövenicher Hauptstraße, zu dem gestern gegen 11.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert wurde. Wegen des Ausmaßes war die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Erkelenz dabei sogar auf überörtliche Hilfeleistung aus den Nachbarstädten Wegberg und Hückelhoven angewiesen. "Das, was sich heute ereignet hat, habe ich in meiner ganzen Feuerwehrlaufbahn noch nicht erlebt", lautete das Fazit des Erkelenzer Wehrleiters, Stadtbrandinspektor Wolfgang Linkens. Denn: Innerhalb von nur zwei Stunden kamen drei große Alarmierungen bei der Leitstelle an.

Mieterin des später brennenden Hauses baute zwei Unfälle

Dass das Feuer in Lövenich etwas mit den Verkehrsunfällen zu tun haben sollte, die sich nur kurz vor dem Einsatz an der Hauptstraße ereignet hatten, stellte sich schnell heraus. Zur Chronologie: Gegen 10 Uhr befuhr die 46-jährige Mieterin des später ausgebrannten Hauses die Wilhelmstraße in Erkelenz. Wie die Polizei berichtete, kollidierte sie während der Fahrt mit einem vorausfahrenden Kleintransporter.

  • Erkelenz : Rauchentwicklung im Kindergarten
  • Mönchengladbach: Die außergewöhnlichsten Polizeimeldungen 2014
  • Mönchengladbach: Unfallstatistik für das erste Halbjahr 2013

Beide Fahrzeuge hielten an. Der Fahrer des Kleintransporters machte sich indes zur nahe gelegenen Polizeiwache auf. Währenddessen fuhr die Frau in Richtung Kückhoven davon. Am Ortsausgang Erkelenz dann kam die Frau aus ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab und fuhr in einen Straßengraben. Die Feuerwehr befreite die eingeklemmte Frau, die nach notärztlicher Versorgung ins Krankenhaus gebracht wurde.

Vom Dachstuhl blieb nicht viel übrig

Kurz darauf erreichte die Leitstelle der Alarm zum Brand an der Hauptstraße in Lövenich. Als die ersten Einsatzkräfte angerückt waren, brannte das Erdgeschoss, das von der 46-Jährigen und ihren Kindern bewohnt wird, bereits in voller Ausdehnung. Im Obergeschoss hielt sich noch die Hauseigentümerin auf, die allerdings unverletzt das Haus verlassen konnte. Wie Wehrleiter Wolfgang Linkens sagte, leben drei Erwachsene, sieben Kinder, vier Katzen, ein Hund und ein Kaninchen in dem Haus.

Alle drei Erkelenzer Löschzüge waren vor Ort im Einsatz. Hinzugerufen wurde auch der Löschzug III der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Hückelhoven. Die 66 Wehrleute, verpflegt durch die Fleischerei Esser, hatten das Feue schnell unter Kontrolle, doch es ließ sich nicht verhindern, dass das komplette Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Vom Dachstuhl war nach dem Eindämmen der Flammen nicht mehr viel übrig geblieben. Stundenlang waren die Wehrleute damit beschäftigt eventuelle Brandnester (unter anderem in der Zwischendecke) aufzuspüren.

Die Polizei ermittelt zur Brandursache

Wie das Feuer ausbrach, konnte im Verlauf des Einsatzes nicht geklärt werden. Vermutet wird, dass die Küche im Erdgeschoss der Ausgangspunkt des Feuers war. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Die Unterbringung aller Hausbewohner ist zumindest notdürftig sichergestellt. Das Technische Hilfswerk Hückelhoven rückte später aus und übernahm die aufwendigen Abstützmaßnahmen am betroffenen Haus. Noch während des Einsatzes in Lövenich ergab sich ein weiterer Einsatz an der Johanniter-Kindertagesstätte in Erkelenz.

(RP)