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Erkelenz: Musiknacht lockt viele Hundert Gäste

Erkelenz : Musiknacht lockt viele Hundert Gäste

Konzerte an verschiedenen Orten waren am Freitag bei der vierten Erkelenzer Musiknacht zu erleben. Der Erlös ist erneut für die Flüchtlingsarbeit vorgesehen. In der Stadthalle war der "Frank Sinatra von Erkelenz" zu erleben.

"Nanu, gibt's hier ein Orgelkonzert?" Der Musikfreund am Eingang zur Pfarrkirche St. Lambertus stutzte. "Ich hatte einen Akkordeonspieler erwartet." Das Akkordeon, das die Pfarrkirche mit seinen Tönen wie eine Orgel füllte, war nur eine von vielen Überraschungen, die auf die Besucher der vierten Erkelenzer Musiknacht warteten.

Der Ideengeber der Musiknacht, Fred Feiter, hatte mit Unterstützung der Stadtverwaltung und einiger Sponsoren erneut ein Programm auf die Beine gestellt, das vor musikalischer Vielfalt nur so strotzte. Und dazu gehörte Alexander Pankov aus Köln, der mit seinem Akkordeon in der katholischen Pfarrkirche ein kirchenmusikalisches Konzert darbot, das gleichermaßen verblüffte und begeisterte.

Pankov verzichtete wie alle Künstler der Musiknacht auf ein Honorar. Sämtliche Erlöse der Veranstaltung sind wie in den Vorjahren für die Flüchtlingsarbeit vorgesehen. "Wir wollen wieder ein Zeichen der Gemeinsamkeit in Erkelenz setzen", hatte Feiter zuvor erklärt.

Die klanghaltige Rundtour durch die Innenstadt begann mit einem Appetithäppchen auf dem Dr.-Eberle-Platz, wo das Duo Reverends kostenlos auftrat und dadurch den Initiatoren die Gelegenheit gab, den neugierigen, noch unentschlossenen Zuhörern Tickets für die eigentliche Musiknacht zu verkaufen. Hier und auch später vor den anderen Konzertsälen wurden zu den rund 400 im Vorverkauf abgesetzten Eintrittskarten Hunderte weitere an die Musikfreunde gebracht.

Dem Anlass angemessen begann die Musiknacht mit einem Konzert, das unter Regie der Gesangspädagogin Agnes Erkens von Flüchtlingen bestritten wurde. In der gut gefüllten evangelischen Kirche am Martin-Luther-Platz sangen und spielten Menschen aus Syrien und dem Irak und schlugen den Bogen zwischen der traditionellen Kultur ihrer Heimatländer und ihrem Leben hierzulande.

Dreh- und Angelpunkt des Abends sollte die Stadthalle sein; nicht nur, weil dort das größte und längste Konzert angeboten wurde, sondern auch, weil dort bei schlechtem Wetter, bei Gewitter, Kälte oder Nässe die Möglichkeit bestand, alle Besucher aufnehmen zu können. Aber wie in den Vorjahren war das Wetter den Veranstaltern wohlgesonnen, bei angenehmen Temperaturen konnte jeder von einem Ort zum anderen schlendern. Dennoch hielten sich einige den gesamten Abend über in der Stadthalle auf, nicht zuletzt, weil sie dort auf den "Frank Sinatra von Erkelenz" trafen. Die West Big Band, die wie im Vorjahr mit dem Gospelchor rejoiSing ein Doppelkonzert bestritt, wollte ihre Programm ganz Frank Sinatra widmen, wie ihr Sprecher Ansgar Lurweg verriet, und holte dafür Markus Forg auf die Bühne, der bei den Stücken für den Gesang sorgte.

Obwohl die Stadthalle stets gut gefüllt war, konnten sich auch die anderen Spielorte nicht über einen Publikumsmangel beklagen. Das jugendlich-schwungvolle Ensemble Augenblick, das sich mit Mitgliedern von Quod Libet verstärkt hatte, hatte viele Fans bei seinem Auftritt in der Volksbank. Neue Fans gewann eine Gruppe aus Mönchengladbach hinzu, die zum ersten Mal in Erkelenz musizierte. "Hier geht was!", unterstützt vom Percussionisten und Mundharmonikaspieler Arnold Küsters, verblüffte im Alten Rathaus mit eingängigen Melodien und Texten in deutscher Sprache und niederrheinischem Platt.

Dass dieser Auftritt nicht der letzte in Erkelenz gewesen sein dürfte, war für Fred Feiter schnell klar. Alte Hasen in Erkelenz sind hingegen die Mitglieder von WassenJazz. Bei ihrem Konzert in der Leonhardskapelle war schnell sogar der letzte Platz auf der Treppe im Flur besetzt. Nicht minder voll war es beim Abschlusskonzert von Miss She and the Coconuts, mit dem der Rundgang durch die Musiknacht an der Hauptstelle der Kreissparkasse endete.

"Was will man mehr?", fragte Bürgermeister Peter Jansen abschließend. "Das ist ein gesellschaftliches und musikalisches Ereignis gewesen, das zugleich einen guten Zweck unterstützt. Besser geht es nicht."

(kule)