Monika Blankenberg in der Raiffeisenbank Lövenich: "Altern ist nichts für Feiglinge"

Amüsantes Programm in der Raiffeisenbank Lövenich : Das gemeinsam Altern tut überhaupt nicht weh

Monika Blankenberg zieht das Publikum bei „Kultur in der Bank“ in den Bann und ermuntert: „Jung bleiben!“

Der Alterungsprozess schritt unaufhörlich voran. Bei Monika Blankenberg ebenso wie bei den Besuchern der Raiffeisenbank Erkelenz, die sich anhören wollten, was die Kabarettistin aus Köln zum Thema „Altern ist nichts für Feiglinge – Jung bleiben!“ zu sagen hatte.
Die Erkenntnis des gemeinsamen Alterungsprozessess im Veranstaltungsraum der Bank in Lövenich: Es hat überhaupt nicht weh getan! Im Gegenteil. Nach dem Motto „Lachen ist gesund“ gingen die Besucher zwar um fast drei Stunden gealtert, aber frohgelaunt und bestens unterhalten nach Hause.

Wieder einmal war es den Veranstaltern der Reihe „Kultur in der Bank“ gelungen, eine Künstlerin in die Provinz zu locken, die es verstand, den inzwischen gewachsenen Ansprüchen des Publikums gerecht zu werden. Dass der Kabarettabend mit Monika Blankenberg binnen weniger Stunden ausverkauft war, zeigt zum einen, dass die Raiffeisenbank bei ihrem Bemühen, das kulturelle Leben in der Region nachhaltig zu fördern, auf dem richtigen Weg ist, zum anderem das Vertrauen des Publikums in das Programm „Kultur in der Bank“ mit in der Region größtenteils nicht bekannten Künstlern. Blankenberg hat keine Probleme mit ihrem Alter. Die Großmutter einer 14-jährigen Enkelin freut sich des Alters, das ihr die Freiheit gibt, über den Jugendwahn ebenso zu lästern wie über die den Fitnesswahn. „Jung, attraktiv, beweglich, dynamisch, das war ich mal.“ Jetzt hat sie die Lebensfreude, die es braucht, um gegen vermeintliche gesellschaftliche Zwänge zu lästern. „Ich hatte mal ne Taille, jetzt habe ich links und rechts zwei Haltegriffe. Na und?“ Auf dem Obstbaum des Lebens sei sie längst dem frühreifen Stadium entwachsen und vom frischen und knackigen Zustand längst auf dem Weg zum Fallobst. Aber so ist das Leben, da hilft auch kein Sport: Ihr Trimmrad steht direkt neben dem Schreibtisch. „Das staube ich regelmäßig ab.“ Blankenbergs Ratschlag an die Besucher: Alleine zu Hause herumjammern, ist öde, dazu gehe man lieber zum Arzt und frage in Anbetracht übervoller Wartezimmer die Leidensgenossen: „Wie alt waren Sie, als Sie den Raum betraten?“ Aber nicht nur über die längst vergangene Jugend und das aktuelle Alter lästert die Kabarettistin. Sie hat „Oma Anna“ mit nach Lövenich gebracht, wirft damit quasi einen Blick in ihre eigene Zukunft, wenn sie als über 90-Jährige einmal in volltrunkenem Zustand als Geisterfahrerin über die Autobahn irrt. Länger als geplant dauert der Auftritt von Blankenberg in Lövenich. Das Publikum hat ihn in vielen Zügen genossen und dankte herzlich für das gemeinschaftliche Altern.