Erkelenz: Möhnekultur aufleben lassen

Erkelenz: Möhnekultur aufleben lassen

Sie gehören beim Altweibertreiben wie selbstverständlich dazu: Die Möhnen mit ausgefallenen Masken und wunderschönen Kostümen. Ihren Anblick gab es in den vergangenen Jahren in „Möhnelenz“ eher selten. Dass diese Tradition nun wieder auflebt, dafür haben die neuen Möhneleut gesorgt. RP-Mitarbeiterin Eva Weingärtner sprach mit Möhnefrau Uschi Skibba über den Brauch.

Jahrelang gehörten die Möhnen nicht mehr zum Bild an Altweiber. Wieso jetzt?

Skibba In den letzten zwei Jahren nahmen nur zwei Möhnen am Altweibertreiben auf dem Markt teil – Annette Leipe und ich. Das gefiel uns nicht. Deshalb beschlossen wir mit einigen anderen, das Möhnentreiben und die Möhneleut, die es 33 Jahre lang in Erkelenz gab, wieder aufleben zu lassen. Nicht wie früher, wo die Aufgabe der Möhneleut, die sich aus Männern zusammen setzten, in erster Linie darin bestand, die Frauen zu beschützen. Uns geht es darum, dass Frauen sich wieder als Möhnen verkleiden und dass das Treiben auf dem Markt auch nach dem Abzug der EKG noch weiter geht. Wir wollen die Leute hier halten, ob arm oder reich, jung oder alt.

Sie haben noch andere Ideen entwickelt wie beispielsweise die Prämierung der schönsten Möhnen.

Skibba Die Idee haben wir aus Rheydt aufgegriffen mit dem Ziel, 100 Möhnen auf den Markt zu bekommen. Insgesamt haben wir 28 Preise zusammen bekommen. Auch am Rosenmontagszug werden wir teilnehmen. Da wir kein Geld haben, haben wir kleine Möhnenpüppchen gebastelt, die wir beim Prinzenbiwak verkauften. Von dem Geld konnten wir Kamelle bezahlen.

Wie viele Möhneleut zählt ihre Truppe? Werden noch Leute gebraucht?

Skibba Wir sind 13 Mitglieder, von denen neun hier sind. Natürlich brauchen wir Nachwuchs. Denn die Möhnenkultur soll wieder richtig aufleben.

(RP)
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