Erkelenz: Modellprojekt: Dörfer mit Zukunft

Erkelenz: Modellprojekt: Dörfer mit Zukunft

Der Innovationsregion Rheinisches Revier schwebt ein Modellprojekt vor: Wie müssen Arbeiten, Leben und Wohnen im ländlichen Raum möglich sein, damit Fachkräfte nicht fortziehen? Erkelenz könnte dafür Pate stehen.

Der demografische Wandel lässt Wohnraum frei werden. In großen Städten wird Wohnen günstiger. Auch sitzen dort große Arbeitgeber. Aus dem ländlichen Raum — wie Erkelenz mit 47 Dörfern — zieht es die Menschen der Arbeit hinterher. Dörfer und Städte in der Größenordnung von Erkelenz verlieren Einwohner und Fachkräfte. Sie drohen zu veröden. Soweit das Szenario — dem will die Innovationsregion Rheinisches Revier jedoch ein Modellprojekt entgegensetzen.

Wohnkonzepte mit Zukunft suchen

Peter Jansen, Bürgermeister von Erkelenz, will Fachleute zusammenholen, die sich Gedanken machen, wie attraktives Wohnen und Arbeiten auch in Zukunft in ländlichen Gebieten möglich sind. Modellhaft konzipiert werden könnte laut Jansen dabei die anstehende Umsiedlung der Orte Keyenberg, Kuckum, Berverath, Unter- und Oberwestrich für den Tagebau Garzweiler II. "Daraus lassen sich Erkenntnisse für alle kleineren Dörfer im IRR-Gebiet ziehen", sagt Peter Jansen, "und unsere Umsiedler würden auch profitieren." Einzuhalten sei dabei allerdings, dass "die Menschen, die dort leben, keine Probanden für energetisch optimierte Wohnkonzepte der Zukunft sind".

  • Erkelenz : Attraktives Lebensumfeld

Was schwebt Peter Jansen vor, der in der IRR eine Arbeitsgruppe leitet? Momentan sind es viele Fragen, die den Erkelenzer Bürgermeister bewegen. Mit Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft will er sie ansprechen, beantworten oder verwerfen. Sie drehen sich um Themen wie die künftige Energieversorgung in Dörfern, die notwendige Infrastruktur für Dörfer, den Erhalt und die Ansiedlung von Gewerbebetrieben oder das energieeffiziente Bauen und Wohnen. Letztlich ist es eine Frage, die Jansen sich stellt: "Wie lassen sich unsere Dörfer mit in die Zukunft nehmen?"

Damit die Erkenntnisse eine größere Breite erhalten, schlägt Jansen vor, nicht allein den künftigen Umsiedlungsort einzubeziehen, sondern zusätzlich den Ort, an den dieser einmal grenzen wird. "Wir sollten versuchen, die Erkenntnisse darauf zu übertragen. Das entsprechende Dorf könnte dabei den Wert der Häuser steigern, wodurch die Menschen in Zukunft — zum Beispiel beim Vererben ihrer Häuser — stärker geneigt sein dürften, auf dem Land wohnen zu bleiben und uns als Fachkräfte erhalten zu bleiben." Alle an dieser Stelle gewonnenen Erkenntnisse sollten auch auf andere Städte mit vielen Dörfern übertragbar sein, erklärt Jansen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE