Erkelenz: Mit dem Motorrad um die Welt

Erkelenz: Mit dem Motorrad um die Welt

Am Dienstag bricht der Erkelenzer Daniel Sillekens zu einer außergewöhnlichen Weltreise auf: In 32 Monaten möchte der Erkelenzer mit seiner Honda Varadero 86 Länder bereisen und dabei rund 90 000 Kilometer fahren.

Wer den Erkelenzer Daniel Sillekens in den nächsten — sagen wir mal — knapp drei Jahren noch einmal in heimischen Gefilden sehen möchte, der muss sich sputen: Nächste Woche Dienstag tritt der 32-Jährige seine Weltreise an — mit dem Motorrad. In den nächsten zwei Jahren und acht Monaten möchte er mit seiner 260 Kilogramm schweren Honda Varadero XL 1000 insgesamt 86 Länder bereisen und dabei rund 90 000 Kilometer zurücklegen — dazu kommen sechs Kontinentalflüge.

Für die Tour, die ihn — von der Arktis abgesehen — auf alle Kontinente führen wird, hat er einiges gespart. Das allein würde aber nicht reichen. "Mein Vater, in dessen Firma ich als Zolldeklarant arbeite, hat mich für die Zeit freigestellt und unterstützt mich. Er meinte sogar, dass ich die Tour auch noch verlängern und zum Beispiel sechs Jahre wegbleiben könnte", erzählt Sillekens schmunzelnd.

Im Schnitt täglich rund 90 Kilometer möchte er mit dem Motorrad bewältigen — mehr nicht. "Das ist realistisch. Ich möchte schließlich auch viel von Land und Leuten sehen. Außerdem sagt man, dass nach vier Monaten auf der Maschine das Burnout-Syndrom einsetzt, wenn man zu viel fährt." So oft es geht, möchte er wild zelten. "Generell werde ich auf der Tour am unteren Limit leben."

Erst seit sieben Jahren fährt er Motorrad. Seine längste Tour war bislang ein ausgedehnter Skandinavien-Trip (rund 8500 Kilometer). Ausreichend Ersatzteile und Werkzeug wird er nun mitnehmen — und wäre bei einem Defekt dennoch auf Hilfe angewiesen. "Von Technik habe ich wenig Ahnung", bekennt er freimütig.

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Viel Wissen hat er sich in letzter Zeit dafür über Einreisebestimmungen, Visaausstellungen sowie Ein- und Ausfuhrregelungen für Motorräder angeeignet — und auch, wo und wie man bei wenig kooperationsfreudigen Grenzern schon mal mit ein wenig Barem "nachhelfen" kann. In Vietnam würde ihm selbst das aber wenig nutzen: "Da dürfen nur Maschinen bis 125 Kubikzentimeter fahren — da habe ich mit meinen 1000 keine Chance."

Angst hat er keine — auch wenn sein kurzfristig noch gebuchter Selbstverteidigungskursus wenig Früchte trug und er ihn aus diesem Grund rasch wieder beendet hat: "Das war nichts." Auch auf Pfefferspray als Alternative wird er wohl verzichten. "Das darf ich ohnehin nicht über die Grenze mitnehmen."

Heute räumt er seine Wohnung. "Die habe ich für die Zeit untervermietet." Bis Dienstag wohnt er nun bei seinen Eltern in Venrath — dort wird seine Katze Vinje, die er nach einer norwegischen Stadt benannt hat, einen längeren Verbleib haben. "Sie wird mir schon fehlen", sagt er. Was seine Abenteuerlust aber nicht beeinträchtigen kann. "Und vor allem möchte ich auf der Tour so richtig die Freiheit spüren."

(RP)
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