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Mit Autokino bot der KulturGarten in Erkelenz willkommene Abwechslung

Gelungene Premiere in Erkelenz : Willkommene Abwechslung im Autokino

Mit über 1400 Gästen verbucht der KulturGarten Erkelenz eine gelungene Veranstaltung. Die Besucher hatten Spaß.

Endlich mal raus mit den Kindern, gemeinsam etwas Schönes erleben – das vom KulturGarten organisierte Autokino bot Abwechslung. Vier von sechs Filmen waren ausverkauft, und mit „Nemo“ nahm die dreitägige Reihe am Freitagnachmittag einen entspannten Anfang. Online waren tausend Tickets binnen 24 Stunden verkauft. Zur Premiere standen 135 Autos auf dem Platz gegenüber Wirth, der bis zu 260 Fahrzeuge aufnehmen kann.

Kurz vor dem Start des Freiluft-Kinos hangelten sich Monteure mit Helm und Kletterausrüstung in das Gerüst, um hinter die Leinwand eine Plane zu spannen. Die Projektionsfläche mit LED-Technik stand schon 2018 beim Rudel-Jubel zur WM in Erkelenz auf dem Marktplatz. Erst eine Woche zuvor hatte der KulturGarten die niederländische Firma gefragt, ob sie Zeit und Lust hätte. Ja, beides hatten die Niederländer.

Erste Probebilder zeigten Szenen vom Electrisize-Festival, das in diesem Jahr Corona zum Opfer fällt. Die Polizei schaute mit einem Streifenwagen vorbei, hatte aber nichts zu beanstanden: Der Anfahrtsweg ist lang genug, damit sich auf der Kölner Straße kein großer Stau bildet. Fünf Dixie-Klos wurden angeliefert, eine blaue Säule mit Mini-Waschbecken erinnerte ein wenig an eine Flugzeug-Waschgelegenheit.

„Wir waren anfangs nicht sicher, wie groß der Bedarf ist“, sagte Dominick Mercks, einer der drei Geschäftsführer der KulturGarten GmbH. So wurde auf Facebook vorgefühlt, wie viele Menschen denn Spaß an einem Autokino in Erkelenz hätten. Und das Vergnügen war nicht nur auf Seiten der mehr als 1400 Gäste. „Für das zehnköpfige Team ist das eine gute Abwechslung“, berichtete Mercks erfreut. „Denn wir tun das, was wir gerne machen, nämlich Veranstaltungen organisieren.“ Er überlegt, das Event in einer Woche erneut anzubieten, aber „es ist schwer einzuschätzen, wie lange die Leute Lust auf Autokino haben“. Erfreut war er auch, dass kurzfristig 20 Sponsoren mit an Bord kamen: „Ein schönes Signal, denn es waren viele aus verschiedenen Branchen dabei, die es gerade selbst nicht leicht haben.“ Der Ausfall von „Electrisize“, wirtschaftlich Haupteinnahmequelle für das Unternehmen, war ein harter Schlag. Das Autokino ist bei der Miete für die Leinwand, Lizenzen für Filme und die UKW-Frequenz 98,3 „nichts, womit man reich wird“. Aber eine willkommene Abwechslung allenthalben. So standen die ersten Fahrzeuge, viele besetzt mit jungen Familien und ihren Kindern, schon eine Viertelstunde vor Einlass vor dem Tisch, an dem die Mitarbeiter, mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattet, die ausgedruckten Tickets durch die geschlossene Scheibe scannten.

Lust auf den Premierenfilm „Nemo“ hatte auch die Familie des kleinen Felix aus Erkelenz, die durch ihre Facebook-Nachbarschaftsgruppe von dem Autokino erfahren hat. „Das vergisst man im großen römischen Reich, dass es hier den kleinen gallischen Kreis Heinsberg gibt, in dem schon seit acht Wochen Kitas und Schulen geschlossen sind“, erklärte Vater Frank (46) augenzwinkernd. Er war froh wegen der Möglichkeit, hier in der Gruppe, aber ohne direkten Kontakt, ein Gemeinschaftserlebnis genießen zu können. Der Vater hat auf der Rückbank Platz genommen, Felix durfte vorn neben Mama Kerstin (30) sitzen. Sie hat auf dem Armaturenbrett ein leckeres Büffet aus frischen Erdbeeren und Süßigkeiten drapiert. Der Kleine weiß Bescheid: „Im richtigen Kino darf man sich jetzt nicht bewegen“, erklärte der Knirps. Umso aufregender war nun für den Vierjährigen sein erstes Autokino.

Endlich zappelte die Clownfisch-Familie über die Leinwand, trotz gleißender Sonne gut zu sehen. Kurz vor dem Happy-End für „Nemo“ lief Dominik Mercks mit breitem Lächeln über den Platz. Am Ende stand er unter der großen Buche und schaute zu, wie die Ausfahrt klappt. „Alles hat gut funktioniert“, konstatierte er zufrieden. „Erstaunlich, war es doch mit der heißen Nadel gestrickt.“ Noch eins klappte hervorragend: Bei drei Autos hatte die Batterie schlapp gemacht, doch flugs war ein Mitarbeiter mit der mobilen Starthilfe zur Stelle.