Merkel und Laschet im Rheinischen Revier gefragt

Worte zur Woche: Die Unsicherheit ist zurück

Warum Laschet und Merkel jetzt das Gespräch mit den Menschen im Rheinischen Revier suchen müssen und wie sie sich darauf im neuen „Virtuellen Museum der verlorenen Heimat“ vorbereiten können.

Phasen großer Unsicherheit gehörten in der Vergangenheit immer wieder zum Leben der Menschen im Rheinischen Revier. Entstanden sind sie immer dann, wenn zu klären war, wie und wohin sich die Braunkohlentagebaue weiterentwickeln und was der Protest gegen sie bewirken würde. Mit dem gerichtlich verhängten vorübergehenden Stopp der Rodung des Hambacher Forstes hat eine erneute Phase der Unsicherheit – des Hoffens wie des Bangens – begonnen. Sie trifft in der Stadt Erkelenz, die den Tagebau Garzweiler II immer abgelehnt hat, vor allem jene Menschen, die in Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich leben und derzeit mit ihrer Umsiedlung befasst sind.

Diese Unsicherheit ist aber nicht hinzunehmen, ist sie doch eine Gefahr für diese Menschen, sich zu entzweien, obwohl sie doch gemeinsam leben und auch in Zukunft leben wollen. Jeder, der dazu beitragen kann, ein Stück Sicherheit zu vermitteln, sollte sich jetzt dazu aufgerufen fühlen, dieses zu vermitteln. Jeder, der dazu beitragen kann, ein Stück Sicherheit zu erreichen, sollte sich jetzt dazu aufgerufen fühlen, dieses zu erreichen. Das aber bedeutet auch, mit den Menschen das Gespräch zu suchen, sowohl mit den Umsiedlern als auch auf der anderen Seite mit denen, die bei oder für den Energiekonzern RWE Power arbeiten. Auch dort herrscht Unsicherheit.

All diese Menschen brauchen jetzt wieder ganz schnell das Gefühl von Sicherheit, vor allem aber davon, in ihrer aufgewühlten Stimmung wahrgenommen zu werden. Zwei Personen sind es, die dabei besonders in der Pflicht stehen: Landesministerpräsident Armin Laschet und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie sind vom Volk, vertreten durch die Abgeordneten in Düsseldorf und Berlin, dazu gewählt worden, dessen Sorgen anzuhören und unter Abwägung aller Interessen und Bedürfnisse überparteilich Lösungswege zu bereiten.

  • Erkelenz : NRW-Stiftung hilft dem virtuellen Museum

Einen Eindruck davon, wofür beispielsweise der Erkelenzer Umsiedlungsort Keyenberg steht und wie sich dieser entwickelt hat, können beide im „Virtuellen Museum der verlorenen Heimat“ bekommen, das in dieser Woche eröffnet wurde. Ehrenamtliche des Heimatvereins der Erkelenzer Lande haben mit professioneller technischer Unterstützung am Beispiel von Keyenberg damit begonnen, der Erkelenzer Stadtgeschichte ein Museum zu bauen: im Internet. Das ist richtungsweisend. Denn dieses Museum schläft nie, was zwei große Vorteile hat: Weltweit kann es jederzeit besucht werden, und die Sammlung wird nie vollendet sein, kann und soll sie doch fortan ausgebaut werden.

andreas.speen@
rheinische-post.de

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