Worte Zur Woche: Mehr Mobbing unter Jugendlichen im Internet

Worte Zur Woche: Mehr Mobbing unter Jugendlichen im Internet

Freuen wir uns auf die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer, denn die Spiele unserer Nationalmannschaft können in Erkelenz bei einem Public Viewing im Ziegelweiherpark, dem Rudeljubel, gemeinsam erlebt werden. Es ist den Organisatoren gelungen, dieses Event mithilfe vieler finanzieller Unterstützer auf die Beine zu stellen. Das bürgerschaftliche Crowdfunding hat funktioniert. Gratulation allen Beteiligten!

Für die Wirtschaft weniger erfreulich sind die aktuellen Zahlen zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Im Kreis Heinsberg werden erstmals seit vielen Jahren mehr offene Stellen als Bewerber registriert. Für die Ausbildungssuchenden ist das gut, für die Betriebe aber nicht. Ihnen bleibt der Nachwuchs aus. Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer sowie Handwerkskammer sprechen davon, dass Angebot und Nachfrage in der Praxis oft nicht zusammenpassen, und sie weisen in diesem Zusammenhang auf den anhaltenden Trend zur Akademisierung hin. Vielleicht aber haben die Lehrberufe auch ein Imageproblem, weil sie den jungen Menschen zu wenig bekannt sind oder zu wenig nahegebracht werden. Ich erinnere mich an meine Gymnasialzeit, dass diese Berufsfelder damals kaum ein Thema waren. Und ich sehe heute teilweise Berufsinformationsbörsen für Schüler, auf denen viele Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Arbeitgeber zu finden sind, die ein Studium voraussetzen, aber wenige Anbieter von Lehrberufen. Vielleicht ist beim Werben um Nachwuchs noch stärker umzudenken.

Unerfreulich sind jüngste Zahlen zur Jugendkriminalität im Bereich des Jugendamtes des Kreises Heinsberg gewesen. 63 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz waren 2016 festgestellt worden, 2017 hingegen 161 - ein drastischer Anstieg. Zugleich wurde aber auch über erfreuliche Entwicklungen berichtet. Insgesamt lasse die Jugendkriminalität nach, hieß es. Gründe dafür seien bessere Schulabschlüsse, weniger selbst erfahrene Gewalt in der Familie, die zunehmende Missbilligung von Gewalt in der Schule, die besser strukturierte Freizeitgestaltung und schlussendlich der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit. Anlass für Entwarnung ist das aber nicht, da das Kreisjugendamt eine veränderte Form von Kriminalität aufziehen sieht: Mobbing und extremistische politische Äußerungen in der Anonymität des Internets. Dem gilt es entgegenzutreten.

(RP)