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„Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“: Sechste Auflage in Erkelenz

„Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“ in Erkelenz : Schwimmlernprojekt läuft wieder an

Von der ersten bis zur dritten Klasse sollen in diesem Schuljahr alle Kinder der Erkelenzer Grundschulen an dem Schwimmlernprojekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“ teilnehmen. 407 Drittklässler machten nun den Anfang.

Unzählig viele Poolnudeln haben in der vergangenen Woche das Bild im Erka-Bad geprägt, denn zum ersten Mal seit Anfang 2020 fand rund um die Herbstferien wieder das Schwimmlernprojekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“ statt. Das Projekt, das vom Regionalen Bildungsbüro des Kreis Heinsberg und dem Kreissportbund Heinsberg organisiert wird, musste durch die Corona-Pandemie eine Pause einlegen. An der sechsten Auflage des Projekts konnten nun wieder 407 Drittklässler der Erkelenzer Grundschulen im Erka-Bad und auch in der Schwimmhalle Gerderath, die seit zwei Jahren zusätzlich für den Kurs genutzt wird, teilnehmen.

Zu Beginn des zweiwöchigen Intensivkurses reichte das Spektrum von Kindern, die Angst vor dem Wasser haben, über Schülerinnen und Schüler, die bereits etwas schwimmen können, bis hin zu Kindern, die schon ein Schwimmabzeichen haben. Am Ende der vergangenen Woche kann das Projekt eine stolze Bilanz vorweisen: 28 Kinder absolvierten das Seepferdchen, 120 Kinder das Bronze-Abzeichen und 56 Kinder das Silber-Abzeichen und zwei sogar das Gold-Abzeichen. „Die Nichtschwimmerquote bei den Grundschülerinnen und Grundschülern der Stadt Erkelenz konnte durch das Projekt auch in diesem Jahr weiter gesenkt werden, wodurch ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Kinder geleistet wird“, sagt Joachim Mützke, Leiter des Amtes für Bildung und Sport bei der Stadt Erkelenz, über den Erfolg des Kurses.

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Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bezeichnet einen Menschen ab dem Bronze-Abzeichen als einen sicheren Schwimmer. Ziel des Projekts „Mathe schützt nicht vor Ertrinken!“ ist es deshalb, dass kein Kind die Grundschule ohne dieses Abzeichen verlässt. „Meist ist die Hürde vom Seepferdchen zum Bronze-Abzeichen aber schnell geschafft“, sagt Michael Langen vom DLRG in Erkelenz.

Um die vielen Kinder gut betreuen zu können, waren einige helfende Hände nötig. So dankten Annette Sielschott vom Regionalen Bildungsbüro und Berit Wego vom Kreissportbund den Übungsleitern und freiwilligen Helfern der DLRG-Ortsgruppen Erkelenz und Gerderath und des Turnvereins Erkelenz 1860 (ETV). Aber auch das Team des Erka-Bades und die Stadt Erkelenz, vertreten durch Schuldezernent Hans-Heiner Gotzen, bekamen zum Dank für ihre Unterstützung eine Urkunde überreicht.

Die Angst, das Kinder im Vor- und Grundschulalter nicht schwimmen lernen und dann eben auch als Erwachsene nicht schwimmen können, ist groß und wurde durch die Corona-Pandemie nur noch verstärkt. Um die Kurse, die während der vergangenen Monate ausfallen mussten, nachzuholen, folgt in Erkelenz rund um die Weihnachtsferien ein Kurs für die Zweitklässler und rund um die Osterferien einer für die Schülerinnen und Schüler der ersten Jahrgangsstufe. Somit sollen in diesem Schuljahr 1255 Kinder aus den Erkelenzer Grundschulen die Chance haben an dem Projekt teilzunehmen.

„Erkelenz ist die einzige der fünf teilnehmenden Kommunen im Kreis Heinsberg, die dieses Schuljahr alle drei Jahrgänge nach Corona nachholt“, lobt Annette Sielschott. Und auch Hans-Heiner Gotzen versichert: „Alle Schülerinnen und Schüler der Erkelenzer Grundschulen haben im Laufe ihrer Grundschulzeit die Gelegenheit, im Rahmen des zweiwöchigen Projektes ,Mathe schützt nicht vor Ertrinken!’ das Schwimmen zu erlernen.“

Da die Durchführung des Kompaktkurses in den vergangenen anderthalb Jahren nicht möglich war, suchte das Regionale Bildungsbüro nach einer Alternative, um die Grundschüler dennoch beim Schwimmen lernen zu unterstützen. Die Grundidee war, dass erfahrene Schwimmlehrkräfte aus Vereinen und Verbänden die Lehrkräfte der Grundschulen bei ihrem regulären Schwimmunterricht unterstützen. Dieses Alternativangebot „Mathe schützt nicht vor Ertrinken! – Light“ konnte einige Wochen lang bis zu den Bäderschließungen im November 2020 durchgeführt werden.

Auch wenn das Projekt seit 2015 stetige Erfolge zeigt, wünscht sich Annette Sielschott, dass Schwimmen lernen einen größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommt. In der Niederlande würden richtige Familienfeste gefeiert werden, wenn Kinder das A-Diplom, welches vergleichbar mit dem Bronze-Schwimmabzeichen ist, bekommen. „Diese Anerkennung der Leistungen würde ich mir hier bei uns auch wünschen“, so Annette Sielschott.

(ele)