Erkelenz: Manege frei für Grundschüler

Erkelenz: Manege frei für Grundschüler

Bei echten Zirkusprofis haben Kückhovener Grundschüler eine Woche lang geprobt. Am Ende gab's eine spannende Aufführung: junge Menschen, kleine Tiere, große Sensationen. Dabei wuchs das Selbstbewusstsein der Artisten.

Fauchende Tiger, die durch brennende Reifen springen, Jongleure und Hula-Hoop-Akrobatik — ein Besuch im Zirkus ist aufregend. Erst recht, wenn man selbst im Mittelpunkt der Manege steht. Die Erfahrung konnten nun die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Kückhoven machen.

Eine Woche lang haben sie bei der Familie Lagrin aus Borken Zirkusluft geschnuppert. Zusammen übten die Klassen 1 bis 4 verschiedene Darbietungen ein, wurden selbst zu Tigern oder Hula-Hoop- Akrobaten. Dabei gab es viele Tipps von den Profis. Höhepunkt war die große Premiere im blau weißen Zirkuszelt vor erwartungsvollen Eltern, Geschwistern und Verwandten.

Die Musik setzte ein, und die jungen Artisten marschierten mit schillernden Kostümen in die Manege. Jongleure, Trampolinsprin-ger, Cowboys und Akrobaten zeigten in einer zweistündigen Show ihr Können. Clown Peppo dagegen wollte lieber mit dem Zirkusdirektor um fünf Euro wetten. Alles was er dafür zu tun hatte, war auf drei Fragen die Antwort "Stroh" zu geben. "Das kriege ich hin", stimmte der Direktor Karl Lagrin zu. Wenn er da mal nicht zu voreilig war. Nachdem er schon zugeben musste, Stroh zum Frühstück zu essen, stellte Peppo die letzte Frage: "Was möchtest du lieber haben? Fünf Euro oder Stroh?" Unter dem Gejohle des Publikums gab sich der Direktor geschlagen.

"In jedem Kind schlummern versteckte Talente"

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Großen Mut bewiesen die Schüler, die sich für das Erlernen von Fakir-Kunststücken entschieden hatten. Mit bloßen Füßen spazierten sie über Glasscherben, legten sich mit nacktem Oberkörper hinein und zuckten auch nicht zusammen, als Feuer ihren Arm berührte. Die Besucher hielten den Atem an, als zwei von ihnen sogar mit der Zunge die Flamme berührten.

"In jedem Kind schlummern versteckte Talente", erklärte Karl Lagrin. Zusammen mit seiner Frau Madeleine Lagrin führt er den Mitmachzirkus Inakso und ist mit Herzblut bei der Sache. "In einer Woche lernen die Kinder viel mehr als nur die Artistennummer. Sie stärken vor allem ihr Selbstbewusstsein." Diesen Aspekt findet auch Schulleiterin Ortrud Hoens wichtig. Mit dem Zirkusprojekt hat sie sich einen Herzenswunsch erfüllt. Der Weg dahin war aufwendig. Ein Standort für das Zelt und Sponsoren mussten gefunden werden. Umso größer war die Freude, dass es verwirklicht werden konnte. Nicht nur bei Ortrud Hoens. "Die Kinder sind total begeistert", erzählt die Schulleiterin.

Das merkten sowohl die Lehrer im Unterricht als auch die Eltern, deren Kinder mit leuchtenden Augen nach Hause kamen und begeistert von den Proben erzählten. Und die Kinder? Die bekamen am Ende der Vorstellung mächtig Applaus und auf die Frage, ob es ihnen gefallen hatte, fiel das "Ja" laut und einstimmig aus.

(ubg)