Liederbuch "Sing Mött" erscheint in Erkelenz

Sing Mött : Erstes Liederbuch über Erkelenz

„Sing Mött“ heißt das ab Freitag erhältliche Buch, das Erkelenzer Liedgut und heimatgeschichtliche Hintergründe enthält.

Die Mühe, die sich die Akteure gegeben haben, hat sich gelohnt. Die Broschüre mit dem Titel „Sing Mött“, in der sie in einem Gemeinschaftsprojekt „Erkelenzer Liedgut aus dem Karneval und der schönen Stadt“, so der Untertitel, zusammengetragen haben, ist zu einem wertvollen, interessanten und informativen Beitrag zur Heimatgeschichte geworden. Demnächst startet der Verkauf.

Der Leser erfährt nicht nur viel über bekannte Lieder, sondern auch über die Interpreten und die Hintergründe, die wesentlich zum Verständnis des Erkelenzer Heimatgefühls und Selbstverständnisses beitragen. „Dreih mol Maak Mött“ oder „Das Alte Rathaus“ kennt wohl jeder, der im Erkelenzer Karneval zu Hause ist, Karl-Theo Kallentin und Heinz Forg sind immer und überall in aller Munde, aber bei Hermann Beeck alias Dr. Fopp oder Josef Dahmen wird das Wissen schon weniger. Diese Wissenslücken werden geschlossen, Unterhaltsames über die bekannten Karnevalsgrößen sind in dem Buch zusammengetragen. Die Kulturgarten GmbH mit Dominik Mercks und Raphael Meyersieck, die Volksbank Mönchengladbach, Markus Forg und Theo Görtz sind maßgeblich am Zustandekommen beteiligt wie auch Christopher Viehausen.

Auslöser für dieses Werk war die überwältigende Premiere des Mitsingkonzerts „Sing Mött“ im vergangenen Jahr, als nicht nur die Besucher im Gloria-Filmpalast begeistert waren, sondern auch die Interpreten auf der Bühne Gefühle erlebten, „die einfach unbeschreiblich sind“, wie Forg bei der Vorstellung der Broschüre meinte.

Theo Görtz, Karnevalist und langjähriger Geschäftsführer des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, nahm das Konzert zum Anlass, alle Lieder zu sammeln, die sich mit Erkelenz und dem Erkelenzer Karneval beschäftigen. Diese Sammlung zeigte er Forg, der wiederum die Idee hatte, daraus ein Buch zu machen. Damit stieß er bei Veit Luxem von der Volksbank auf offene Ohren, Meyersieck und Mercks als Veranstalter von „Sing Mött“ waren sofort Feuer und Flamme, und nachdem auch die Band „Hätzblatt“ als gegenwärtig bekannteste Gruppe mit ihren Erfolgsliedern gewonnen wurde, stand schnell fest: „Daraus machen wir ein Buch.“

Vor dem Buch stand die Qual der Wahl. „40 Lieder hatten wir zur Auswahl. Wir mussten uns aber auf 20 Werke beschränken“, erklärte Meyersieck. Selbstverständlich gab es Stücke und Personen, an denen die Planer und Gestalter nicht vorbeikamen. Und so entschlossen sie sich zu einer Art von Zeitreise, die mit dem aktuellen Hit „All dat es Heimat“ von „Hätzblatt“ endet.

Ein Musikstück, das eine Sonderstellung in diesem Liederbuch einnimmt, lag den Machern besonders am Herzen: der Erka-Marsch von Josef Dahmen, den der Lehrer und Komponist 1966 zur 1000-Jahr-Feier der Stadt geschrieben hatte und der in Vergessenheit geraten ist. Der Marsch hat als einziges Stück keinen Text. Als Klaviersatz wurde er von Maria Odenthal für das Buch aufbereitet, und so ganz nebenbei erfährt der Leser, dass Dahmen sozusagen der Begründer von „Sing Mött“ nach dem Zweiten Weltkrieg war. Er schob, wie Viehausen zu berichten wusste, kurzerhand bei guten Wetter das Klavier auf die Straße und forderte die Passanten auf, mit ihm zu singen.