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Letzte Veranstaltung im Café Inclusio der Lebenshilfe in Erkelenz: Kulturfrühstück am 31. März 2019

Lebenshilfe-Café schließt in Erkelenz : Spannendes Hildegard-Porträt

Mit einem Kulturfrühstück, bei dem Schriftstellerin Maria Regina Kaiser ihre Romanbiografie „Hildegard von Bingen“ vorstellte, endete der Veranstaltungsreigen im Inclusio. Das Café der Lebenshilfe in Erkelenz hat geschlossen.

Noch einmal war das Inclusio, das Café der Lebenshilfe an der Südpromenade berstend voll. Für das Kulturfrühstuck mit der Autorin Maria Regina Kaiser, zu dem die Stadtbücherei und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Erkelenz eingeladen hatten, waren sämtliche Eintrittskarten verkauft. Mit der promovierten Historikerin, die als freiberufliche Schriftstellerin in Bad Camberg lebt, war ein in Erkelenz nicht unbekannter Gast eingeladen. Im Vorjahr hatte Kaiser beim Kulturfrühstück ihr Buch Katharina von Bora vorgestellt. Jetzt hatte sie ihr neuestes Werk dabei: eine Romanbiografie über Hildegard von Bingen, laut Untertitel „die mächtigste Nonne des Mittelalters“.

Beim Kulturfrühstück würden frauenrelevante Themen behandelt, so Gleichstellungsbeauftragte Elke Bodewein. Nicht ohne Grund finde diese Lesung im März statt, schließlich sei dieser Monat der Frauenmonat. Hildegard von Bingen sei eine Frau und Visionärin gewesen, die sich für die Frauenrechte eingesetzt habe. „In einer Zeit, in der Frauen in der Kirche den Mund zu halten hatten, stellt Hildegard von Bingen eine große Ausnahme dar: Hildegard darf mit Einverständnis des Papstes predigen, die Bibel auslegen und veröffentlichen“, ergänzte Karin Rademacher, Leiterin der Stadtbücherei.

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Kaiser hat sich intensiv mit Hildegard von Bingen beschäftigt, das außergewöhnliche und vielschichtige Leben der ersten Universalgelehrten eingefangen und lässt in ihrer Romanbiografie die spannende Zeit des Mittelalters lebendig werden. Kaiser unternimmt den Versuch, das Leben der Hildegard von Bingen aufgrund vorhandener Informationen zu dokumentieren und zugleich in einer Romanhandlung Eindrücke und Stimmungen des damaligen Lebens zu vermitteln. Als Aufschreiben von „historischen Fakten und unterhaltsamen Noten“ bezeichnete Rademacher ihr Vorgehen. So gehört es zur dichterischen Freiheit der Autorin, den Eltern von Hildegard, die als zehntes und wahrscheinlich letztes Kind geboren wurde, eine Tochter als elftes Kind zuzufügen. „Hildegard war ein wunderbare, starke Frau, die vor nichts zurückgeschreckt ist“, sagte die Autorin. Die Nonne, die sich selbst ein „armes, ungebildetes Wesen“ nannte, sei eine der intelligentesten Frauen im Europa des Mittelalters gewesen, die mit Willensstärke und Gottvertrauen nicht nur ihrer Krankheit, wahrscheinlich Multipler Sklerose, getrotzt habe, sondern auch bis zu ihrem Lebensende nach 81 Jahre mit Taten und Vision Vorbild für viele gewesen war und bis heute immer noch sei. Sie gründete ihr eigenes Kloster, war Gesprächspartnerin von Gelehrten, Kirchenmännern und Herrschern, hatte schier unerschöpfliches Wissen über Medizin und Heilpflanzen angehäuft. Mit Passagen aus ihrer Romanbiografie, die spannende Einblicke ins Leben der Hildegard von Bingen gewährte, machte Kaiser neugierig. Signierte Bücher fanden reißenden Absatz, die Besucher verabschiedeten die Autorin mit herzlichem Beifall.