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Lesung auf Haus Hohenbusch mit Kurt Lehmkuhl, Rita Hündgen und Brigitte Oleszynski-Wichmann

Lesung auf Haus Hohenbusch : Im Krimi kann Mord auch lustig sein

Bei einer Fortsetzung der „Sommerlust“-Lesereihe kamen die Zuhörer im Haus Hohenbusch auf ihre Kosten. Der Förderverein freut sich über positive Resonanz.

Durch Kerzenschein und Ohrensessel kann sich ein leerer Raum schnell in einen behaglichen Ort verwandeln, der zum Verweilen einlädt. Man füge noch mehrere Sitzreihen hinzu und bittet (über-)regional bekannte Autoren dazu, dann steht bereits das Grundrezept für einen gelungenen und unterhaltsamen Lese-Abend.

„Ungewöhnliche Zeiten fordern ungewöhnliche Aktionen“, findet auch der Vorsitzende des Fördervereins Haus Hohenbusch Frank Körfer, der das Atelier im Laienbrüderhaus für die „Sommerlust“-Lesung einrichtete und rund 40 Gäste begrüßte. Um nach den Lockerungen der Corona-Verordnungen wieder einen schönen Anlass zu ermöglichen und erneut eine Veranstaltung im Haus Hohenbusch stattfinden zu lassen, freuen sich die Mitglieder des Fördervereins über diese Lesung ganz besonders. Und Haus Hohenbusch bietet verschiedene Gelegenheiten, Veranstaltungen draußen im Park, regensicher in der überdachten Remise oder in geräumigen Innenräumen mit dem gebotenen Abstand durchzuführen.

In der Sommerlesereihe unterhielten dieses Mal der Erkelenzer Journalist Kurt Lehmkuhl, die Ratheimerin Brigitte Oleszynski-Wichmann und die ehemalige Oberstudiendirektorin Rita Hündgen, die bis 2019 das Cusanus-Gamnasium in Erkelenz geleitet hat und seit einigen Jahren passionierte Krimi-Schreiberin ist, die Zuhörer mit fesselnden Kurzgeschichten und kurzweiligen Krimis.

Gleich zu Beginn ließ Lehmkuhl die Teilnehmer in altbekannte Orte eintauchen: Die vorgetragenen Passagen aus seinem neuen Kriminalroman „Öcher-Bend-Blues“ spielten auf dem Lambertusmarkt in Erkelenz. Für ein erstes Gelächter sorgten so die Hauptfiguren, denen im Ziegelweiherpark die Orientierung fehlte und die nahe der Post über „eine sehr ungewöhnliche Bushaltestelle mit einem geschwungenen Dach“ stolpern – „Architektur ist Glückssache“.

In der Region blieb auch Oleszynski-Wichmann, die humorvolle Kurzgeschichten aus dem „Mörderischen“, „Kunterbunten“ und „Kulinarischen Selfkant“ vortrug. In der Dovener Mühle wurde so dem Ehemann nachspioniert, der als Rentner einige neue Hobbies pflegt, die für Misstrauen sorgen. Vor der Leonhardskapelle in Erkelenz sorgten neue Bekanntschaften aus dem Bridge-Club für manche Verwechslungen auf der Straße. Welche der beiden Geschichten wirklich passiert war, konnten die Zuhörer anschließend auf Anhieb erraten. „Um die Leichen nachzureichen“, wurde es bei anschließenden Gedichten und kurzen Krimis noch spannender und gefährlicher. Das Buch „Möderischer Selfkant“ enthält 32 Geschichten lokaler Autoren. Vorgänger waren „Blutroter Selfkant“ und „Tödlicher Selfkant“.

Rita Hündgen las Geschichten aus dem erst Ende des Jahres erscheinenden „Kulinarischen Selfkant“. Das Buch mit Schlemmer-Schauplätzen in Erkelenz und Wassenberg ist in der VHS-Schreibwerkstatt entstanden, Premiere und Lesung sind am 7. November in der Erkelenzer Leonhardskapelle.

Bei einsetzender Dunkelheit durfte es den Zuhörern im Atelier auch ein wenig unheimlicher zumute werden: Nach vielen kleinen Krimis mit lustigem Ende wurde bei Hündgens Kurzgeschichte „Hinter Klostermauern“ nirgends anders als auf dem Gelände des einstigen Kreuzherrenklosters Haus Hohenbusch eine Leiche gefunden.

Die Zuhörer im voll besetzten Laienbrüderhaus hatten am Ende sogar nicht genug: Erst nach zwei Zugaben in Form von weiteren Eindrücken aus dem „Kulinarischen Selfkant“ wich der Kerzenschein dem Deckenlicht im Atelier.

Der Förderverein Haus Hohenbusch ist mit der Veranstaltung sehr zufrieden, wie Frank Körfer feststellte: „Von Humor bis Grusel war alles dabei.“ Die nächste Lesung im Haus Hohenbusch haben die Veranstalter nach der positiven Resonanz bereits im Blick. Aus einer „ungewöhnlichen Aktion“ soll so vielleicht bald eine Tradition werden.