Kreis Heinsberg: Landung endete in Feuerball

Kreis Heinsberg: Landung endete in Feuerball

Es war der 13. Januar 1999, als ein amerikanisches Tankflugzeug nach einem Übungsflug kurz hinter der Awacs-Basis in Geilenkirchen-Teveren abstürzte. Vier Besatzungsmitglieder verloren ihr Leben.

Kurz vor 21 Uhr durchschneidet ein gewaltiger Feuerball die Dunkelheit und lässt die Nacht zum Tag werden. Der 13. Januar 1999 war bis dahin für die Menschen, die in der Nähe der Nato-Airbase in Geilenkirchen-Teveren leben, ein normaler Wintertag. Dann setzt die Boeing 707 "Washington" zur Landung an — und zerschellt kurz hinter der Runway in einem Waldstück. Binnen Sekunden ist das Unvorstellbare zu einem bedrückenden Stück Lebenswirklichkeit geworden.

Vier Besatzungsmitglieder verloren an jenem Mittwochabend durch den Absturz der Boeing 707 "Washington" ihr Leben. Die Katastrophe hätte jedoch leicht ganz andere Dimensionen annehmen können. Die Absturzstelle lag nur einige Steinwurf weit entfernt von den ersten Häuser der zu Gangelt zählenden Ortschaft Niederbusch.

Die "Washington" gehörte nicht zu den in Geilenkirchen stationierten Awacs-Aufklärungsflugzeugen. Es handelte sich vielmehr um eine zu einer fliegenden Tankstelle umgebauten Maschine vom Typ KC 135. Das amerikanische Tankflugzeug war gegen 17 Uhr vom Nato-Fliegerhorst Teveren aus zu einem Übungsflug gestartet. Nach der Luftbetankung einer Awacs-Frühwarn-Boeing vom Typ E-3A über dem Ärmelkanal kehrte sie nach Geilenkirchen zurück. Von 90.000 Litern Kerosin, die eine KC 135 bunkern kann, waren noch 10.000 Liter an Bord, als der Pilot sich gegen 20.30 Uhr beim Flugplatz-Tower meldete und um Landeerlaubnis bat. Technische Probleme gab es offenbar keine, der Landevorgang verlief nach den Beobachtungen der Flugsicherung normal.

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Spät schrillten die Alarmglocken

Doch dann setzte der Pilot einen weiteren Funkspruch ab: "Ich starte durch!" Auch das war für den Tower noch kein wirkliches Alarmsignal. Durchstart-Manöver gehören zur täglichen Routine auf einem Fliegerhorst. Erst als die KC 135 in einem viel zu steilen Winkel nach oben zog, schrillten bei den Fluglotsen die Alarmglocken. Ihnen war sofort klar, dass eine derart instabile Fluglage nur in einem Unglück enden kann. Noch während die "Washington" über den rechten Flügel abkippte und zu Boden stürzte, lösten sie Alarmstufe 1 aus.

500 Feuerwehrleute und Rettungskräfte kämpften die gesamte Nacht über am Absturzort gegen das Flammeninferno. Im beißenden Geruch von Kerosin, brennenden Wrackteilen und verkohlendem Holz wurde den Hilfskräften schon bald klar: Keiner der Flugzeuginsassen hat die Katastrophe überlebt. Zwei Leichen konnten noch in der Unglücksnacht geborgen werden, die der beiden übrigen Besetzungsmitglieder wurden in den Tagen danach unter den Trümmern der völlig zerstörten Boeing entdeckt.

(RP)
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