Landtagswahl im Kreis Heinsberg : Manuel Staeck möchte „das Bild der Linken wieder etwas verbessern“

Der Hückelhovener tritt für die Linkspartei als Direktkandidat an. Er plädiert für gleiche Bildungschancen für alle und eine bessere Taktung des ÖPNV.

Mit politischen Gedanken sei er schon früh in Berührung gekommen, sagt Manuel Staeck (46), der für die Linke als Direktkandidat im Nordkreis Heinsberg bei der kommenden Landtagswahl an den Start geht. Als jüngstes von sieben Kindern, das zudem deutlich jünger war als die Geschwister, sei er durch diese Konstellation früh mit verschiedenen Themen konfrontiert gewesen. „Ich habe zum Beispiel als kleines Kind mitbekommen, wie sich meine Schwestern in der Anti-Atomkraft-Bewegung engagiert haben“, sagt er. Das habe ihn geprägt. „Ich habe früh einen Sinn für Gerechtigkeit entwickelt“, betont der gebürtige Heinsberger.

Vor mehr als 15 Jahren, Mitte der 2000er Jahre, trat Staeck der PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus) bei, aus der wenig später die Linkspartei hervorging, bei. „Beeindruckt war ich vor allem von Gregor Gysi. Er ist ein fantastischer Redner“, sagt Staeck. Zu dem Zeitpunkt damals habe er zwar hin und wieder Veranstaltungen besucht, sich sonst aber nicht in der Partei engagiert. Die Ausbildung und die Familie standen bei ihm im Vordergrund. 2017 zog er nach Hückelhoven-Millich. Dies war auch ein Auslöser, sich mehr in der Partei zu engagieren. Inzwischen im Job gefestigt, wollte er sich mehr einbringen und wurde auch schnell Ortssprecher in Hückelhoven.

Dass es für eine kleine Partei im Kreis Heinsberg ein schwieriges Unterfangen ist, auf Stimmenfang zu gehen, das ist Staeck, der als Teamleiter in einem Chemie-Unternehmen in Baal arbeitet, durchaus bewusst. „Ich möchte das Bild der Linken wieder etwas verbessern“, sagt er, der sich vorstellen kann, in Zukunft auch für den Hückelhovener Stadtrat zu kandidieren. „Zwischen sechs und acht Prozent wäre für uns ein gutes Ergebnis. Das zeigt, dass wir gute Arbeit geleistet haben.

Zu den Schwerpunkten, die der Linken-Politiker setzt, zählt die Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). Besonders die Taktung gewisser Strecken sei stark ausbaufähig. Nur wenn der ÖPNV gut ausgebaut sei, sei er in den ländlichen Regionen auch eine wirkliche Alternative zum Auto. Als großen Schwerpunkt führt der Hückelhovener den Zugang zu Bildung an. „Es müssen flächendeckend gleiche Bildungschancen für alle geschaffen werden“, sagt er. Dies fange etwa bei einer kostenlosen Ganztagsbetreuung an. So würden zum Beispiel Alleinerziehende Mütter oder Väter entlastet und könnten ihrer Arbeit nachgehen. Gleichzeitig wüssten sie aber ihre Kinder auch gut versorgt. Dafür müssten mehr Lehrer und mehr Erzieher eingestellt werden. Daher plädiert Staeck für mehr Studienplätze.

Auch beim Gesundheitswesen möchte Staeck ansetzen und dieses ausbauen. Mehr Stellen schaffen und eine gerechtere Bezahlung führt er als Hauptpunkte der Verbesserung an. „Krankenhäuser sollten nicht in privater Hand sein“, sagt er. Dort solle es nicht um Profit, sondern um die Gesundheit der Menschen gehen.

Beim Aufhängen seiner Plakate ist Staeck schon mit ein paar Bürgern ins Gespräch gekommen. „Da habe ich viel positive Rückmeldung erhalten“, sagt er.