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L19-Ärger: Radweg nach Holzweiler soll kommen

L19-Ärger : Radweg nach Holzweiler soll kommen

Auch nach dem Ausbau im vergangenen Jahr sorgt die fehlende Radverbindung auf der L 19 von Erkelenz nach Holzweiler für Ärger. Der Landesbetrieb verspricht eine Verbesserung – tritt allerdings auf die Bremse.

Die Diskussion um den Ausbau der Landstraße 19 ist in Erkelenz in den vergangenen Jahren zum Politikum geworden. Eine Verlängerung des Radweges nach Holzweiler soll es auf dieser Straße in naher Zukunft zwar nicht geben, dafür will Straßen NRW ihn in Richtung Katzem ausbauen.

Die Situation Die Landstraße 19, die von Wassenberg über Erkelenz, Kückhoven und Holzweiler bis an den Tagebaurand bei Jackerath führt, ist eine der wenigen im Gebiet, die noch nicht überall über einen Radweg verfügt. Das liegt auch daran, dass ein Ausbau lange nicht erfolgte, weil die Straße wie die anliegenden Orte vom herannahenden Tagebau verschluckt zu werden drohte. Nachdem klar war, dass dieser Teil der Stadt verschont bleibt, gab es im Rat ein langes Hin und Her um einen Ausbau. Zwar gibt es rund um die L 19 viele Feldwege, vor allem Rennradfahrern nutzen die Mehrzweckspur der L19 gerne – nicht ungefährlich, auf der Straße sind Autofahrer erfahrungsgemäß schließlich nicht gerade langsam unterwegs. Nachdem der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW im vergangenen Sommer schließlich den Radweg zwischen Erkelenz und Kückhoven fertiggestellt hatte, gab es erneut Ärger: Der Radweg endet an der Kreuzung Katzemer Straße, in Richtung Holzweiler geht es mit einem Mehrzweckstreifen weiter. Vor allem fehlt aber eine sichere Verbindung, die die Kreuzung mit dem Mehrzweckstreifen verbindet. Diese Verbindung sei bewusst weggelassen worden, sagte ein Sprecher von Straßen NRW im Oktober, schließlich sei der Mehrzweckstreifen nicht für die Nutzung durch Radfahrer vorgesehen.

Das sagen Bürger Viele Erkelenzer können nicht verstehen, warum der Fahrradweg nur auf einem Teilstück der L 19 ausgebaut wurde. Neben dem fehlenden Verbindungsstück zwischen Kreuzung und Mehrzweckstreifen bemängelten Nutzer auch die mangelhafte Verarbeitung an mehreren Stellen. An manchen Stellen ist der Radweg zu eng, man könne dort leicht in den Grünstreifen geraten, sagt etwa Heinz Nießen, der den Weg häufig nutzt.

Das sagt die Politik Nachdem im Oktober auch die SPD die Stadt aufforderte, noch einmal das Gespräch mit dem Landesbetrieb zu suchen, um erneute Arbeiten an der L 19 zu forcieren, reagierte die Stadt. Sie gab nun bekannt, dass auch sie auf einen Ausbau des Radweges dränge und sich mit einer entsprechenden Anfrage an Straßen NRW gewandt hat. Aus der Verwaltung hieß es dazu, man habe vom Landesbetrieb „positive Signale“ erhalten.

Das sagt Straßen NRW Auf Anfrage sagte eine Sprecherin, dass Aufnahme und Finanzierbarkeit in das Radwegeprogramm derzeit geprüft werden. Die Erweiterung des Radwegs nach Holzweiler sei „auch aus unserer Sicht wünschenswert.“ Große Hoffnung auf eine schnelle Lösung macht sie allerdings nicht: „Zurzeit ermöglichen die Randbedingungen einen weiteren Ausbau und eine verkehrssichere Führung des Radverkehrs leider noch nicht.“ Es mangele an Planungsrecht, Grundstücksverfügbarkeit und Finanzierung durch das Land, um einen sicheren Radweg zu bauen. Eine Nutzung des Mehrzweckstreifens mit dem Fahrrad sei „zurzeit nicht verkehrssicher“ und deshalb im vergangenen Jahr auch nicht umgesetzt worden. Geplant sei, den Radverkehr zwischen Erkelenz und Holzweiler durch Kückhoven in Richtung Katzem zu führen. „Zur Verdeutlichung und Verbesserung der Situation finden derzeit Gespräche mit der Stadt Erkelenz statt“, sagt die Sprecherin. Man arbeite daran, eine sichere und praktikable Lösung zu finden.

Geplant sei ein „wesentlich verkehrssicherer Radweg“ bis zur Einmündung Bellinghovener Fließ einschließlich einer Querungshilfe. Von dort aus soll der Anschluss an das bestehende Radroutennetz geschaffen werden.

Durch den Umbau im Herbst habe sich die Situation allerdings bereits verbessert: Der vorherige Unfallhäufungspunkt an der Kreuzung L 19/L 366 (Bellinghoven) sei beseitigt worden.