Kreissparkasse Heinsberg setzt rollende Filiale ein

Kreissparkasse Heinsberg ersetzt geschlossene Filialen : Sparkasse kommt mit rollender Filiale

Die Kreissparkasse Heinsberg hat das Angebot von neun Filialen, die im April geschlossen wurden, in einer rollenden Filiale gebündelt. Diese ist ab sofort unterwegs. Zu festgelegten Zeiten hält sie an 13 Orten im Kreisgebiet – so auch in Holzweiler und Schwanenberg.

Die Kreissparkasse Heinsberg hat ihren Service umgebaut. Im April wurde ihr Filialnetz verkleinert, dafür ist im Mai eine rollende Filiale in Betrieb genommen worden. Sie wird an 13 Standorten im Kreis Heinsberg wöchentlich für einige Stunden anhalten und den Service einer üblichen Filiale anbieten. „Wir gehen von einer guten Resonanz aus“, erklärt Sparkassen-Chef Thomas Giessing zur Premiere in Schwanenberg. Ziel sei es, trotz des Aus für neun Filialen „die Nähe zu den Kunden zu halten. Deshalb ist es uns auch wichtig, dass die rollende Filiale in Alfred Schulte ein Gesicht bekommt. Er wird diese leiten und nur im Ausnahmefall von zwei Kollegen vertreten.“

Im Durchschnitt kontaktiert ein Kunde die Kreissparkasse Heinsberg 350 Mal im Jahr über Internet oder Telefon, kommt aber nur noch einmal pro Jahr in die Filiale, hatte Giessing bei deren Bilanzpressekonferenz im Januar den Umbau im Filialnetz unter anderem begründet. In den jetzt geschlossenen Filialen waren die Öffnungstage deshalb zuvor schon reduziert, oder sie waren bereits rein auf Selbstbedienung ausgerichtet. Künftig ist die rollende Filiale in Birgelen, Doveren und Harren zweimal pro Woche anzutreffen sowie einmal in Holzweiler, Höngen, Kirchhoven, Kleingladbach, Marienberg, Scherpenseel, Schwanenberg, Süsterseel, Teveren und Wassenberg-Oberstadt. Dass sich das neue komprimierte Angebot durchsetzen wird, ist Giessing sich sicher, was er mit ersten Zahlen belegt: „Heute sind in Holzweiler in eineinhalb Stunden 20 Kunden gekommen, wo es bisher nur sechs bis acht pro Öffnungstag gewesen sind.“

200.000 Euro hat die Kreissparkasse Heinsberg in die rollende Filiale investiert. Ehepaar Boenki, die ersten Kunden in Schwanenberg, bestätigen nach ihrem Besuch, dass diese „wie eine normale Filiale funktioniert“. Sie glauben, sich „gut an das neue Angebot gewöhnen zu werden“. Beraten worden sind sie von Alfred Schulte, der das acht Meter lange Gefährt steuert und zugleich dessen Filialleiter ist. Er, der privat Wohnmobil fährt, steht hinter einem Tresen im Inneren des Fahrzeugs, hat PC, Telefon und Drucker in seiner Nähe, kann eingezahltes Geld sofort in einen sicheren Tresor geben und kann zusätzlich ein Selbstbedienungsgerät anbieten. „Zwei Wochen lang bin ich vor dem Start der rollenden Filiale mit meinen beiden Ersatzfahrern im Kreis Heinsberg unterwegs gewesen, um die Standorte kennenzulernen, Rangiermöglichkeiten zu testen und zu prüfen, ob wir überall eine Internet-Verbindung haben.“

Nachdem dies geklärt war, konnte der Betrieb starten. Das aber, nicht ohne sich zuvor auch mit der Kreispolizei Heinsberg abzusprechen, erklärt Sparkassen-Chef Giessing. So seien die Standorte geprüft und die Sicherungstechnik besprochen worden: „Dazu gehört, dass das Fahrzeug per GPS und Video überwacht wird, alarmgesichert ist und der Fahrer keinen Zugriff auf Bargeld besitzt, das nur von einem gesicherten Automaten ausgegeben wird.“ Absolut sicher fühlt sich deshalb Alfred Schulte, wie dieser bestätigt, und sogleich die nächste Kundin bedient, die sich freut, dass sie die rollende Filiale der Kreissparkasse Heinsberg mit ihrem Rollator über eine ausklappbare Rampe barrierefrei betreten konnte.

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