Kreis Heinsberg: Politik beschäftigt mit Klimanotstand, Klimavorbehalt und der Idee einer Kreisklimakonferenz

Worte zur Woche : Klimanotstand, Klimaproteste, Kreisklimakonferenz

Natur und Klima sind die Themen der Woche – und der nächsten Wochen. So viel ist sicher. Der Klimawandel, der für die Region immer noch nicht präzisierte Berliner Kohlekompromiss, der grüne Aufschwung bei der Europawahl. Das zusammengenommen schiebt die Themen noch einmal weiter nach vorne.

Die Jusos fordern von Landrat Stephan Pusch, für den Kreis Heinsberg den Klimanotstand auszurufen, um dem Thema höchste Priorität einzuräumen, und haben diese Forderung inzwischen auch an die Stadträte von Übach-Palenberg, Heinsberg und Erkelenz gerichtet. Die CDU im Kreistag wiederum hat den Antrag gestellt, einen Klimavorbehalt einzuführen und künftig alle Vorhaben auf Kreisebene auf deren Auswirkungen auf Klima und Natur zu überprüfen. Auf beides hat der Landrat mit einem offenen Brief an die Bürger reagiert, in dem er die Bedeutung der Themen betont und die Vorstöße kritisiert, weil sie suggerierten, der Kreis Heinsberg leiste in diesem Bereich zu wenig. Richtigerweise stellt Pusch sich dabei die Frage, ob die bisherigen Entwicklungen auf lokaler Ebene bei der Bevölkerung angekommen sind. Sollten die Fraktionen im Kreistag das sehen wie er, dürfte es bald eine Kreisklimakonferenz geben, die diese Themen vertieft. Ratsam wird sein, diese als wiederkehrende, von den Teilnehmenden breit aufgestellte Veranstaltung zu gestalten, um das Erreichte zu verfolgen und noch zu Erreichendes weiter zu diskutieren. Dem Anliegen sollte das guttun, zumal ansonsten außerdem passieren könnte, dass eine einmalige Kreisklimakonferenz lediglich zum politischen Schaulaufen vor den nächsten Wahlen wird.

Mit Klimawandel und Braunkohlenabbau im Rheinischen Revier werden sich am nächsten Wochenende wieder Tausende Demonstranten auseinandersetzen, die zu verschiedenen Aktionen und eingeladen von unterschiedlichen Akteuren im Erkelenzer Land zusammenkommen. Alle kündigten sie diese Woche dasselbe Ziel an, sich schützend vor die Dörfer stellen zu wollen, die für den Tagebau Garzweiler II noch umgesiedelt werden sollen.

Andreas Speen. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Klimafolgen sind gerade auch konkret vor Ort sichtbar. Die Goldafter-Raupe bedroht die Eichenallee an der Kreisstraße 33 zwischen Katzem und Kückhoven. Schon in den Vorjahren hatte sie die Bäume kahlgefressen, doch waren die danach immer wieder neu ausgetrieben. Dieses Jahr passierte das bei 30 Bäumen nicht mehr. Der Baumpfleger des Kreises Heinsberg vermutet als einen Grund die Trockenheit im vergangenen Sommer. Im nächsten Frühjahr soll über die Zukunft der Bäume entschieden werden – der Natur ist zu wünschen, dass sie sich erholen. Wir werden es beobachten.

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